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Der KonTakte-Chor Ispringen unter Bernhard Weichselmann mit Klaus Rastetter als Evangelist (links) und Thomas Ottmar Kuhn als Jesus (rechts). Foto: Molnar
Der KonTakte-Chor Ispringen unter Bernhard Weichselmann mit Klaus Rastetter als Evangelist (links) und Thomas Ottmar Kuhn als Jesus (rechts). Foto: Molnar
14.04.2017

Johannespassion von Wolfram Menschick bei „Musica ad Vesperum“

Pforzheim. Für die „Musica ad Vesperum“ ist sie wie geschaffen – die Johannespassion von Wolfram Menschick. Kurz, kompakt und konzentriert auf das Wesentliche kommt das 20-minütige Werk in der Barfüßerkirche zur Aufführung. Menschick lebte von 1937 bis 2010 und komponierte über 200 kirchenmusikalische Werke.

Die Johannespassion für drei Vorsänger und Chor ist speziell für die Liturgie an Karfreitag gedacht und erzählt die Leidensgeschichte Jesu nach dem Evangelisten Johannes. In klarem a cappella bringt der KonTakte-Chor Ispringen, der erstmals den musikalisch-spirituellen Tagesausklang gestaltet, das Werk unter Leitung von Bernhard Weichselmann zur Geltung. Die größeren Partien obliegen jedoch dem Evangelisten Klaus Rastetter. Auf stetig gleicher Tonhöhe – ähnlich den katholischen Psalm-Gesängen und Gebeten vor den Abendmahl – erzählt er die Geschichte. Dieser monotone Sprechgesang wirkt schlicht, verzichtet auf Verzierungen jeglicher Art.

Kurze Einwürfe des Chors

Umso mehr kommen Klage und Leid zum Ausdruck, der Text mit den Grausamkeiten, die Jesus widerfahren sind. So sind auch die Einwürfe des gemischten Chors als Volk sehr kurz und bündig, beinhalten meist nicht mehr als einen Satz. Etwas impulsiver wirkt der Evangelist bei „Da schrien sie wieder“, worauf der Chor dynamisch einsetzt. Doch längere Motetten oder Arien wie etwa bei Bach gibt es nicht. Insgesamt sind drei Singstimmen besetzt, eine hohe, mittlere und tiefe. Erstere übernimmt der Dirigent selbst, singt die Worte von Pilatus, Pförtnerin und einem Knecht mit schönem Ton.

Bass Thomas Ottmar Kuhn, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Kämpfelbachtal, strahlt als Jesus viel Ruhe aus, hat aber wie der Evangelist leichte Intonationsprobleme. Das tut der Wirkung dieser kurzen, aber intensiven Johannespassion keinen Abbruch.

Mit meditativen, ausgewogenen Chorälen wie „Aus der Tiefe rufe ich zu dir“ von Oskar Gottlieb Blarr wird der Abend eingeleitet, mit dem Lied „Du für mich“ von Kathi Stimmer-Salzeder klingt die Passion noch einmal nach.