nach oben
Mit Händels „Let The Bright Seraphim“ verabschieden sich Simon Höfele und Hanna Ramminger – begleitet vom SWDKO unter Ciarán McAuley – von ihrem Pforzheimer Publikum. Foto: Molnar
Mit Händels „Let The Bright Seraphim“ verabschieden sich Simon Höfele und Hanna Ramminger – begleitet vom SWDKO unter Ciarán McAuley – von ihrem Pforzheimer Publikum. Foto: Molnar
19.12.2016

Junge Musiker glänzen beim Weihnachtskonzert in der Christuskirche

Pforzheim. Applaus für die junge Generation: Beim Weihnachtskonzert des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim (SWDKO) in der Brötzinger Christuskirche, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat veranstaltet und von der „Pforzheimer Zeitung“ unterstützt wird, wollen die 450 Zuschauer nicht aufhören zu klatschen.

Immer wieder verbeugen sich die drei Talente, die den Abend mit den erfahrenen Musikern des Orchesters so jugendlich frisch gestaltet haben: Der Dirigent Ciarán McAuley – Sonderpreisträger des Deutschen Dirigentenpreises 2015 –, die Sopranistin Hanna Ramminger und der Trompeter Simon Höfele aus der Klasse von Reinhold Friedrich. Alle drei in den 1980er- und 90er-Jahren geboren und gut harmonierend – gerade so, als würden sie schon länger miteinander musizieren.

Dabei hat sich das Trio erst für ein Projekt im Rahmen der Bad Homburger Schlosskonzerte zusammengefunden. Das dabei konzipierte Weihnachtsprogramm wurde viermal aufgeführt. Die letzte Station ist Pforzheim. Unter dem Motto „Trompetenschall und Stimmenglanz“ setzt sich damit die erfolgreiche, seit 2013 bestehende Weihnachtskonzert-Reihe des SWDKO fort.

Herrliche Seufzer

Mit Verve eröffnet das Orchester unter klangvoller Mitwirkung des Schweizer Cembalisten Martin Zimmermann den Abend mit Telemanns „Ouverture des Nations anciens et modernes“. Bei dem suite-artigen Stück zeigen sich die Streicher mal mit explosivem Strich, mal mit wellenartigen Anschwellungen oder herrlichen Seufzern. Der 33-jährige Ciarán McAuley sprüht beim Dirigieren vor Energie. Seine Leidenschaft wirkt ansteckend; er weiß, was er will, und setzt es zielsicher um. Zu beobachten ist das auch bei Mozarts Divertimento B-Dur (KV 137), vor allem bei dem ausgefeilt wirkenden Andante.

Kontrastreich auch das Finale, bei dem das Orchester noch etwas Witz einstreut. Oft wird an diesem Abend die Hand des Konzertmeisters Friedemann Breuninger geschüttelt. Dankbarkeit zeigt sich darin, dürfen die jungen Musiker doch Seite an Seite mit einem einfühlsamen Ensemble agieren. Der 22-jährige Trompeter Simon Höfele, der 2016 mit dem Preis des Deutschen Musikwettbewerbs ausgezeichnet wurde, ist der Jüngste unter ihnen.

Beim Trompetenkonzert d-Moll von Alessandro Marcello – ursprünglich für Oboe und Orchester komponiert – wirkt er zunächst noch etwas zaghaft. Doch seine Tongebung ist bemerkenswert, besonders beim Adagio mit seinen schmiegsam langen Tönen. Mit virtuosen Fingerläufen gelingt ihm auch der Presto-Schlusssatz. Noch mehr Farbigkeit kommt bei Händels Trompetensuite D-Dur zur Geltung, ob bei den Echos im Kopfsatz, der detailverträumten Arie oder dem breit ausgespielten Marsch.

Berührend schön

Die 30-jährige Sopranistin Hanna Ramminger bezaubert gleich bei ihrem ersten Stück: Max Regers Mariä Wiegenlied. Ihr zartes „Schlaf, Kindlein, süße, schlaf nun ein!“, begleitet von samtweichem Streicherklang, ist berührend schön. Dass die zierliche Sängerin mit der warmen Stimme auch zu mehr Volumen fähig ist, beweist sie bei dem ebenso romantischen Weihnachtslied „Minuit, chrétiens!“ – mit innigen Steigerungen und souveränem Sprung in die Höhe. Im Duett mit dem Trompeter bei Händels Arie „Let The Bright Seraphim“ fehlt es ihr etwas an Nachdruck, durch den Hall der Kirche ist zudem nicht viel zu verstehen. Insgesamt ein Abschluss, der viel Elan und Frische ausstrahlt. So spenden die Zuschauer lange Beifall, hoffen auf eine Zugabe. Doch die bleibt aus.