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„Getty Talk“  nannte Stephan von Huene 1991 diese Zeichnung.
„Getty Talk“ nannte Stephan von Huene 1991 diese Zeichnung.
© Walford

Karlsruher Ausstellung zeigt zeichnerisches Schaffen von Huenes

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Bis zum 3. Oktober sind 90 Zeichnungen zu sehen, die von Huene zwischen 1950 und 1999 geschaffen hat. Petra Kipphoff von Huene, die Witwe des 2000 im Alter von 67 Jahren verstorbenen Künstlers, betont: „Die Zeichnungen entstanden nicht nebenbei, sie ziehen sich wie ein Ariadne-Faden durch sein ganzes Werk.“ „Klang war für ihn sehr wichtig“, erzählt sie. Der Titel der Ausstellung ist Teil eines Zitats, das der Kunststudent von Huene vor vielen Jahren in einem Buch des Kunsthistorikers Heinrich Wölfflin unterstrichen hat: „Der Gesang der Linie bestimmt die Wahrheit der Form“.

Zur Ausstellung hat auch Kipphoff von Huene beigetragen. Ein Zyklus aus „Zeit“-Collagen entwickelte sich aus dem Briefwechsel der damaligen Redakteurin bei der Wochenzeitschrift, Petra Kipphoff, mit dem Künstler. Sie schickte Zeitungsausgaben hin, von Huene schickte Wortfragmente, ergänzt um Zeichnungen, zurück. Die Collagen zeigen Fotos inzwischen verstorbener Politiker und einzelne Ausschnitte aus diesen Fotos, die von Huene zeichnerisch unter die Lupe genommen hat. An Franz Josef Strauß zum Beispiel haben ihn die Hände interessiert. Andreas Beitin, Direktor des dem ZKM angeschlossenen Museums für Neue Kunst, lobt die Komplexität der Arbeiten. Stephan von Huene hat die unterschiedlichsten Techniken verwendet. Beitin faszinieren besonders die Rauchzeichnungen: „Der Künstler hat die Bildfläche mit Rußspray geschwärzt, bis auf die Figuren. Hier kann man sogar die Linien der Hand sehen, mit der von Huene die Figuren vor dem Spray geschützt und so herausgearbeitet hat.“ Die in den Bildern thematisierte Erotik sei dabei nicht auf einen Skandal aus, sondern sehr verspielt. In frühen Zeichnungen finden sich Anklänge an Picasso, aber auch Elemente indianischer Kunst. Von Huenes Familie stammt aus dem Baltikum, die Eltern sind bereits in den 30er Jahren in die USA ausgewandert, so dass von Huene in Kalifornien aufwuchs. „Seine Offenheit ist sicher auf die Kindheit und Jugend an der Westküste der USA zurückzuführen“, glaubt Beitin. Weil Klang so eine wichtige Rolle in von Huenes Leben spielte, rundet die Klangskulptur „Die neue Lore Ley“ die Ausstellung ab. Dazu zeigt das ZKM Vorstudien, die der auch technisch aufgeschlossene Künstler in computergenerierten Zeichnungen angelegt hat. Nike Luber

Öffnungszeiten : mittwochs bis freitags von 10 Uhr bis 18 Uhr, am Wochenende von 11 Uhr bis 18 Uhr. www.zkm.de

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