

PFORZHEIM. Heftig wippende Oberkörper, klatschende Hände, fröhlich sich im Takt wiegende Köpfe, tanzende Fußspitzen und Finger, die den treibenden Rhythmus der Melodien auf den Oberschenkeln klopfen: Beim Gastspiel der Amsterdam Klezmer Band (AKB) im Pforzheimer Kulturhaus Osterfeld im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit fiel es den Besuchern schwer, einfach nur entspannt zu sitzen und den Klängen zu lauschen, die von der Bühne tönten.
Zu mitreißend, zu impulsiv, zu feurig waren die Lieder, die das siebenköpfige Ensemble den Zuhörern bot. Schade nur, dass sich die Formation eher statisch präsentierte und lediglich Bandgründer Job Chajes die Lebendigkeit und Spritzigkeit der Musik auch in Bewegung umsetzte.
Wurzeln die Kompositionen, die allesamt von Mitgliedern der Band geschrieben wurden, in der traditionellen Klezmer- und der osteuropäischen Volksmusik, so hat es die AKB doch geschafft, einen eigenen Stil zu entwickeln, der durch Einflüsse moderner Musik geprägt ist. Mal werden die Klezmersounds mit Hip-Hop-Elementen kombiniert, mal stehen Modern Jazz oder Pop und Rock Pate bei den Kompositionen. Kein Wunder, dass die Stücke der AKB Klezmerfreunde über alle Generationen hinweg verzücken: Teenager und Twens lassen sich von den Klängen ebenso verzaubern wie Musikfreunde mittleren Alters oder eben jene Generation, die sonst eher der traditionellen Volksmusik zugetan ist. Was den Sound der Amsterdam Klezmer Band angeht, so versteht es Job Chajes mit Jasper de Beer (Kontrabass), Joop van der Linden (Posaune), Theo van Tol (Akkordeon), Janfie van Strien (Klarinette), Alec Kopyt (Gesang und Percussion) sowie dem erst 22-jährigen Trompeter Rutger Wouvenberg Klänge zu zaubern, die berühren und faszinierende Bilder vor dem inneren Auge entstehen lassen.Ralf Recklies





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