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30.11.2016

Kulturausschuss stimmt den geplanten Ausstellungen des Schmuckmuseums zu

Pforzheim. Irgendwann muss sich diese Stadt überlegen, welche Kultur sie braucht und wie viel sie dafür ausgeben will. Das macht die jüngste Sitzung des Kulturausschusses überdeutlich. Denn außer dem Dank für großes Engagement und dem Bedauern, dass immer weniger Geld zur Verfügung steht, passiert wenig.

Um was es konkret geht? Das Kulturamt soll für die Jahre 2017 bis 2021 Einsparungsvorschläge in Höhe von jährlich 539 000 Euro vorlegen. Was es auch tut – und eine Liste der Grausamkeiten aufstellt: 35 000 Euro weniger Zuschuss für das Südwestdeutsche Kammerorchester im Jahr 2018, 25 000 Euro weniger für die Jugendmusikschule. Auch die Kleinen sind betroffen – selbst wenn es „nur“ um ein paar Hundert Euro geht, wie bei der Galerie Brötzinger Art. Doch diskutieren wollen die Gemeinderäte diese Zuschuss-Streichungen nicht. Denn es herrscht das Prinzip Hoffnung, dass von den 16 Millionen, die das Land zusätzlich 2017/2018 überweist, auch die Kultur profitiert. Und somit der Finanzausschuss, der kommenden Dienstag tagt, zuständig ist.

Wie es allerdings jetzt schon aussieht, das macht der Geschäftsbericht des Kulturhauses Osterfeld deutlich: „Eine Geschichte der Selbstausbeutung“, nennt das Kulturratsvorsitzende Ulrike Rein. Allein die 1000 angesammelten Überstunden der Mitarbeiter legen beredtes Zeugnis ab. Dass der Haushalt des Osterfelds auf knappste Kante genäht ist, darin sind sich die Gemeinderäte einig. Doch wie es wird, wenn ab 2019 – solange läuft der Vertrag mit der Stadt – der Barzuschuss für das Soziokulturelle Zentrum um 33 Prozent gekürzt wird, daran mag keiner so richtig denken. Der Gedanke, beim Schmuckmuseum und den teuren Sonderausstellungen einzusparen, beschäftigt CDU-Stadtrat Rolf Constantin. Doch was ist die Konsequenz? „Wenn wir keine attraktiven Ausstellungen zu bieten haben, dann verkommen wir zum Wald- und Wiesenmuseum“, sagt Museumsleiterin Cornelie Holzach. Doch ihre fünf für 2018/2019 geplanten Ausstellungen (die PZ hat berichtet) erhalten die Zustimmung, ebenso wie die für 2018 geplante Lange Museumsnacht und die Lange Kulturnacht samt Festival im darauffolgenden Jahr.

Und das Kulturamt, so Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler, sei gerade dabei, ein Sponsoring-Konzept zu erstellen, um den monetären Fluss, den das Schmuckjubiläum beschert, mitzunehmen. „Und ich bin guten Mutes, dass wir dann auch etwas für die Kulturträger tun können.“