

PFORZHEIM. Gähnende Frauen, die auf perlmuttfarbenen Kissen prangen, begrüßen ab Freitag (Vernissage: 20 Uhr) die Besucher der Galerie Brötzinger Art.
Sechs Frauen, von Claus Sautter nach Idee und Regie der beiden aus Frankfurt am Main stammenden Künstlerinnen Bettina Ulitzka-Allali und Michaela Stephani fotografiert, ruhen, die Münder teilweise hinter schützenden Händen versteckt, auf Blumenständern und bringen gleich im ersten Raum der Galerie Brötzinger Art doppeldeutig das Motto der Ausstellung des als „Mama Products“ firmierenden Künstlerinnenduos auf den Punkt: „Vive le boudoir – neue weibliche Müdigkeit“.
Alltägliches hintersinnig zu zitieren, mit femininer Intuition Neues zu kreieren und die Welt aus dem Blickwinkel der Frau scharfsinnig zu sezieren – das ist das Ziel der beiden Künstlerinnen, die Arbeiten zeigen, die in den vergangenen fünf Jahren entstanden sind. Dabei spielen die beiden Wahl-Nordlichter gekonnt im Spannungsverhältnis von Kunst, Kitsch und Kommerz ihre Kreativität aus und führen mit Bildern von tätowierten Muttersöhnchen, aus farbenfrohen Stoffen geschneiderten Waffenrepliken oder erotischen Toastbroten, die als Belag auf wortwörtlich goldenem Toast erotische Wäschestückchen tragen: Einen BH-Verschluss, ein Stück Spitze, einen Slip oder ein wenig Stoff von einem String-Tanga. Gemeinsam ersinnen und realisieren die beiden Künstlerinnen Werke, die sich ebenso spannungs- wie humorvoll mit dem ersehnten oder reellen Lebensumfeld von Frauen beschäftigen, die nicht selten von einem Hauch dezenter Erotik geprägt sind und verheißungsvoll zum Entdecken der Inspiration anregen. Nicht zuletzt die Titel der Arbeiten, wie bei einer Fotografie, bei der ein Stoffgewehr neben dem mit einem Kreuz dekorierten Ehebett und unter einem Ölgemälde mit Segelschiff prangt, machen Schmunzeln und Nachdenken wie eben jenes Bild das den Namen „killed by friendly fire“ trägt. „Namen sind für uns ebenso oft wichtig wie die Arbeiten selbst“, betont Bettina Ulitzka-Allali, die es faszinierend findet, mit Michaela Stephani gemeinsame Arbeiten zu entwickeln. Mal muten ihre Arbeiten spirituell, geradezu heilig an – so beispielsweise die oft aus Textilien geschaffenen Mandalas – mal fangen die Werke das Profane des alltäglichen Lebens ein.Ralf Recklies
Die Ausstellung ist bis 26. September donnerstags von 14 bis 17 Uhr, freitags und samstags 10 bis 22 Uhr sowie an Sonntagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.





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