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Neue CD: Clemens Rehbein (links) und Philipp Dausch. Foto: Pfarrhofer
Neue CD: Clemens Rehbein (links) und Philipp Dausch. Foto: Pfarrhofer
15.03.2017

Leichtfüßiger Picknick-Pop: Milky Chance bringt das neue Album „Blossom“ heraus

Hamburg. Knapp vier Jahre nach ihrem Debütalbum „Sadnecessary“ und pünktlich zum Frühlingsanfang melden sich die Kasseler Jungs von Milky Chance mit ihrem zweiten Streich zurück: „Blossom“ liefert die passenden Beats fürs Picknick im Park. Für das neue Album, das am Freitag erscheint, arbeiteten sie mit dem Indie-Produzenten Tobias Kuhn zusammen und nahmen die 16 Tracks schließlich in einem professionellen Studio auf.

„Wir sind unserem Grundvibe treu geblieben, weil es das ist, was wir immer noch fühlen. Aber wir wollten uns auch weiterentwickeln und haben die Möglichkeit genutzt, Neues auszuprobieren“, erzählt Philipp Dausch, der Soundbastler der Band. Heißt zum Beispiel: mehr echte Instrumente, Bässe und Beats einspielen statt eintippen. „Beim ersten Album war vieles Zufall – wir hatten auch technisch noch nicht so den Plan und haben einfach intuitiv an den Reglern gedreht. Jetzt war es schön, Hilfe dabei zu haben, seine musikalischen Visionen umzusetzen“, ergänzt Clemens Rehbein.

Das Ergebnis? Ein weiteres Feel-Good-Album mit tanzbaren Elektro-Beats. Die Klangfarbe ist „sandiger, holziger und ein bisschen natürlicher“, findet der Songschreiber und Sänger. Lyrisch sei es aber an vielen Stellen das Gegenteil: Es geht auch durchaus mal um ernstere Themen, Sorgen, Probleme. Schon im Opener und Titelsong „Blossom“ wird das trotz kieksender Gitarre und Kopfnickerqualitäten deutlich: Melancholie, geschickt verpackt als leichtfüßiger Picknick-Pop.

Die erste Single-Auskopplung „Cocoon“ samt „Eeeh-Aaah“-Ohrwurm-Refrain, Reggae-Anleihen und groovender Gitarre lädt zur Weltflucht ein; die zweite –„Doing Good“ – fordert trommelnd zum Autodach-Öffnen auf. Das blubbernde „Bad Things“ überrascht mit einem Gastauftritt der britischen Sängerin Izzy Bizu („White Tiger“), deren Stimme bestens mit der von Rehbein harmoniert. Zwischendurch lassen ruhigere Nummern wie „Cold Blue Rain“, „Stay“ oder „Alive“ Zeit zum Atmen.

Immer mal wieder klingt ein bisschen Jack Johnson, ein bisschen Bob Marley durch. Auch die Mundharmonika kommt zum Einsatz. Das mag sich für manche alles zu ähnlich anhören. Die Mehrheit wird sich aber vermutlich über Nachschub vom liebgewonnenen Sound freuen.