





PFORZHEIM. „Es fühlte sich an, als ob ich fliegen würde“, hat Bob Willoughby jenen Moment geschildert, als er das erste Mal seine Kamera auf Liz Taylor richtet: Gerade 18 Jahre zählt sie und richtet an diesem Tag eine Babyparty für ihre Schwägerin Marilyn Hilton aus. Bildschön ist sie, das „Mädchen auf der Schokoladenschachtel“, wie Regisseur George Stevens sie beschreibt.
Und Willoughby fängt diese faszinierende Schönheit ein mit wunderbar komponierten Bildern, mit raffinierten Blickwinkeln und einem Gefühl für die Privatheit der Situation, trotz der gestellten Fotos. Für die Filmindustrie verkörpert die gebürtige Engländerin den Prototyp der Südstaaten-Schönheit, jene kapriziösen Luxusweibchens, wie sie in Filmen wie „Das Land des Regenbaums“ in den 1950ern verkörpert.
15 Jahre später: Noch immer ist Liz Taylor bildschön, doch aus dem Backfisch ist eine Charakterdarstellerin geworden. Willoughby ist wieder mit der Kamera dabei, als sie in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ die Frau des Zynikers George spielt, die sich mit dem Prozess des Alterns nicht abfinden kann. Für ihre Darstellung der Martha wird Liz Taylor ihren zweiten Oscar erhalten. Mit welcher Intensität sie diese Rolle spielt und welchen Tribut sie diesem Kraftaufwand zollen muss, das hält Willoughby in eindrucksvollen Fotografien fest.
„Bob Willoughbys Fotos schlagen in diesen 15 Jahren den Bogen von der klassischen Jugendschönheit zur reifen Schauspieler-Persönlichkeit“, sagt Ina Brockmann, Kuratorin der Ausstellung „Liz Taylor – aus der Blütezeit einer Leinwandgöttin“, die von heute an in den Schmuckwelten Pforzheim zu sehen ist. Doch die Fotos des Amerikaners, der als erster freier Fotograf an den ansonsten hermetisch abgeriegelten Filmsets Bilder schießen durfte, sind mehr als Hochglanzbilder für Magazine wie „Harper’s Bazaar“ oder „Life“.
Denn trotz aller künstlerischer Inszenierung, trotz professioneller Distanz, gelingt es ihm immer wieder spezielle Momente einzufangen. Momente, in denen die Taylor unbewusst aus ihrer Rolle – als Schauspielerin oder Ehefrau, als Leinwandschönheit oder Filmkollegin – schlüpft. Und in denen sie viel von sich offenbart, wie in der Aufnahme mit Greta Garbo, wo deutlich wird, welche Ehrfurcht sie vor der großen Diva hegt.Sandra Pfäfflin
ist bis 30. November montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6,50 Euro. Die Pforzheimer Zeitung veranstaltet Führungen mit der Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch am 28. Juli und am 9. August, jeweils 17 Uhr. Tickets zum Preis von 10 Euro gibt es bei der PZ. Anmeldungen unter Telefon (0 72 31) 933 125.





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