

PFORZHEIM. Mit inspirierend neuen Klangeindrücken konnten die Besucher aus dem vierten Konzert des achten Pforzheimer Orgelsommers gehen. Denn das Kolorit, was der italienische Organist und Komponist Marco Lo Muscio an der großen Steinmeyer-Göckel-Orgel in der St. Franziskus-Kirche Pforzheim entfaltete, war von ganz eigenen und neuartigen Mitteln geprägt.
„The Mystic and Progressive Organ“ – mit diesen Worten war die zeitgenössische Stückauswahl überschrieben. Und wirklich, über all den eindringlich vorgetragenen Werken lag ein geheimnisvoller Zauber von düsterer Wehmut, der dann und wann in ein auftrumpfendes Gewitter überging. Bei „Deep Gothic“ von Paolo Lazzeri etwa, das der Interpret mit betonten Wechseln zwischen schweren, volltönenden Akkordschritten und leicht gehaltenen Tonketten anging.
Marco Lo Muscio ist ein Spezialist für Transkriptionen und Eigenkompositionen. So hat er nicht nur Alan Hovhaness’ „Prayer of Saint Gregory“, das ursprünglich für Trompete und Streicher geschrieben wurde, für die Orgel arrangiert. Erdig verschwommene Klangfarben bei getragenem Tempo zeichneten dieses Werk aus. Mit zarter Registrierung gestaltete der Musiker die klare Struktur von „Vocalise a-Moll“ von dem polnischen Filmmusik-Komponist Wojciech Kilar. Gänzlich eindrucksvoll, mit lyrischem Zauber und Elementen eines Wiegenliedes, erklang Steve Hacketts „Hands of the Priestess“, bei dem der Interpret auch den hell klingenden Zimbelstern einsetzte. Weniger in sich gekehrt dagegen die rockigen Stücke wie Keith Emersons „Fantasy on Fanfare for the Common Man“ oder Lo Muscios Eigenkomposition Hommage to E. A. Poe „The Arrival of Red Death“, die in teils feierlichem, teils tiefschwarzem Pleno vorgetragen wurden.
Ein schöner Abschluss gelang dem Konzertorganist mit seinen „Visions from Minas Tirith“, einer Geschichte nach Tolkien, die mit asiatischen, mittelalterlichen und tänzerischen Klangmitteln versehen ist. Anita Molnar





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