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Der Show-Tanz von Diego Romero und Mirari Erbiti begeisterte beim Tango-Abend im Schmuckmuseum.  Reinhardt
Der Show-Tanz von Diego Romero und Mirari Erbiti begeisterte beim Tango-Abend im Schmuckmuseum. Reinhardt
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
Tango war bis Mitternacht angesagt.
Tango war bis Mitternacht angesagt.
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
Anny Maleyes von „Suite16“ berührte mit Balladen in der Alten Pfarrkirche.
17.10.2016

Museumsnacht in Pforzheim

Kurz müssen sich die Tanzpaare im Schmuckmuseum gedulden. „Das erste Stück ist konzertant“, kündigt Roland Klink, ehemaliger Präsident des „Tango Loco“-Vereins, das argentinische Quartett Silencio an. Doch kaum spielt die international bekannte Tango-Band die ersten Tanzstücke, schon drehen die chic gekleideten Paare ihre Runden.

Mehr und mehr gesellen sich dazu, bewegen sich geschmeidig im Takt. Und wenn dann die beiden Showtänzer Diego Romero und Mirari Erbiti die Tanzfläche erobern, hat sich das Schmuckmuseum vollends in ein Tanzlokal mit südamerikanischem Lebensgefühl verwandelt.

Gezielte Besuche statt wandern

Es ist Museumsnacht in Pforzheim, seit dem späten Nachmittag sind die Besucher unterwegs. Doch sie wandeln nicht von Station zu Station, viele gehen gezielt zur Märchenstunde im Bäuerlichen Museum in Eutingen, zum Vortrag im DDR-Museum am Hagenschieß oder zur Fotoaktion im Archäologischen Museum am Kappelhof. „Egal ob Sklaven oder wohlhabende Römer, die Tunika war das Grundkleidungsstück“, erklärt Kunsthistorikerin Tanja Solombrino dort einer Gruppe von Kindern. Bei der Führung durchs Museum erfuhren diese von der römischen Gründung der Stadt und konnten am archäologischen Sandkasten graben, jetzt staunen sie über Wurfspeer und Rüstung, dürfen auch den acht Kilogramm schwere Schild hochheben. Um sich selbst ein Bild zu machen, werden sie mit typischen Gewändern ausstaffiert und fotografiert. Indes bietet Manfred Rapp von „Grünes Blatt Naturkost Mühlacker“ gefüllte Datteln oder römische Käsekügelchen – sogenannte „Globi“, die von Cato dem Älteren stammen. Zur gleichen Zeit im Landratsamt: 25 Interessierte stehen pünktlich zum Start der siebten Museumsnacht im Eingangsbereich, um mit den Künstlerinnen Anina Gröger und Ping Qiu eine Führung durch die Ausstellung „Himmel und Erde“ zu unternehmen.

Extra für den Abend vorbereitet ist auch eine Videoinstallation von Qiu, bei der eindrucksvolle Arbeiten in Kanada oder Erfurt gezeigt werden. „Ich war am Tag des Amoklaufs dort und wollte den Alltag zeigen“, erzählt die chinesische Künstlerin über ihre Installation roter Schulbänke und Tische im Fluss der thüringischen Stadt.

Mädchenhafte Wesen

Auf Interesse stößt auch die Einführung in die Malereien und Skulpturen von Indra im Reuchlinhaus durch Bettina Schönfelder. Beim Gang durch die Schau „Transmogrified“ weist die Leiterin des Kunstvereins auf die mädchenhaften Wesen, auf die kindlich anmutende und doch befremdlich wirkende Tierwelt. Indes sind in der Schloßkirche beschaulich-ruhige Klänge des Gitarrenorchesters Pforzheim zu hören, etwa Giovanni Pergolesis „Siciliana“ mit Geigensolo (Nathalie Trautmann) oder Leonard von Calls Trio in C.

Balsam für die Seele sind auch die Balladen von Anny Maleyes von „Suite 16“ in der Alten Pfarrkirche beim Stadtmuseum. Begleitet von dem Leonberger Pianisten Benjamin Spanic berührt die Sängerin mit ihrer durchdringend warmen Stimme – ob bei Ronan Keatings „When You Say Nothing It All“ oder Janis Joplins‘ „The Rose“. Die Atmosphäre ist intim, entspannt – ein schöner Ausklang einer langen Museumsnacht.