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06. Februar 2012
Faszinierende Töne: Martin Brück spielt auf insgesamt 20 Gongs. Bechtle
Faszinierende Töne: Martin Brück spielt auf insgesamt 20 Gongs. Bechtle

Mystische Klangwelten in der Pforzheimer Christuskirche

Ein Konzert der ungewöhnlichen Art erlebten die zahlreichen Besucher am Sonntagnachmittag in der Pforzheimer Christuskirche, denn dort gelang es einem Künstler Metall, Steine und Wasser zum Singen und Klingen zu bringen. Martin Brück entführte die Zuhörer in eine mystische Welt, der er selbst den Titel „Klingender Kosmos“ verlieh. An einem Gerüst aus Metallstangen im Altarraum hatte Brück insgesamt 20 Gongs in unterschiedlichen Größen aufgehängt. Mit dicken Schlegeln aus weichem textilem Stoff schlug er mal etwas kräftiger, mal auch sanft, fast schon zärtlich auf die diversen bronzenen Scheiben, die er gelegentlich auch nur leicht darüber streichend berührte, um ein in vielen Nuancierungen sich ausbreitendes Klangszenario hörbar zu machen.

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In seinem Werk „Das Meer“ vermochte der international tätige Musiker und bildende Künstler den Zuhörern eine Klangkulisse vorzuführen, die vom leisen Wellenschlag an das Ufer über sich nach und nach steigernde Intensität der Bewegung von sich immer höher auftürmenden Wogen bis zu einem urgewaltigen Rauschen der aufgewühlten Wassermassen reichte, das wieder langsam abebbte und schließlich ins Unhörbare abglitt. Fesselnd, regelrecht aufregend war es, diese Klangcollage zu hören und sich mit geschlossenen Augen selbst wie im Traum in diese Naturerscheinung zu versetzen. In einer Moderation zitierte Markus Brück ein chinesisches Sprichwort „Ein Gong ist eine Geschichten erzählende Bronze“. Und in der Tat, dieser besondere Künstler verstand es, mit seinem Instrumentarium Geschichten hörbar zu machen.

Doch in seinem etwa eineinhalbstündigen Programm versetzte er die Besucher auch in Erstaunen, wie es ihm gelang, in einer Metallschale nicht nur dem darin eingefüllten Wasser, sondern auch dem Gefäß selbst unirdisch harmonische Klänge zu entlocken. Ganz leise plätscherte es anfangs, doch unter den Händen von Martin Brück nahm auch hier die Stärke dieses natürlichen Geräuschs ständig zu, während er gleichzeitig das Metall der Schale durch Reiben mit den nassen Händen lauter und intensiver singen ließ. Und auch von Steinen verschiedenster Herkunft und unterschiedlichster Härte stiegen rhythmisch geprägte melodische Klangfolgen auf.

Es war schlichtweg faszinierend zu erleben, wie dieser Klangzauberer aus Metallen, Steinen sowie Wasser Töne oder Geräusche in Melodien verwandelte, wie er die Zuhörer teilhaben ließ an der Entstehung aller dieser im Grunde genommen naturhaften Klänge. Lieder und Serenaden wuchsen daraus, genau so wie expressive, symphonisch anmutende Werke. Das waren in der Tat Hörerlebnisse aus einem klingenden Kosmos. Rudolf Wesner

Autor: Rudolf Wesner | Pforzheim

06.02.2012
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