

Pforzheim. Ein cineastisches Wiedersehen mit Meat Loaf, Susan Sarandon und Tim Curry – die ganze „Rocky Horror Picture Show“ zum Saisonauftakt! Gut und gerne 500 Zuschauer lockte Richard O’Brians legendäres Kultstück zum Open-Air-Kino in den Osterfeld-Innenhof.
Die Zeit mag rasant vergehen, doch manche Filme bleiben Kult. Im Osterfeld zählen „Die Feuerzangen-Bowle“ (am 8. Dezember 2012 wieder im Programm) und eben „Rocky Horror“ zu den Filmen, die im Gedächtnis eines altersübergreifenden Publikums so etwas wie eine „Inventarnummer“ eingebrannt haben.
Und dabei kam der phänomenale Erfolg der „Rocky Horror Picture Show“ selbst für die „Macher“ überraschend: 1975 gelangte der Streifen in die US-Kinos – und drohte zu floppen! Erst als „Rocky Horror“ inhaltlich verändert und neu geschnitten – als „Midnight Movie“ – in die Spätvorstellungen kam, erreichte er genau die cineastische Szene, die unter dem Eindruck des Vietnam-Kriegs eifrig an einem Gegenentwurf zu kulturellem Mainstream und Elterngeneration zimmerte. Das Phänomen zeigt auch nach fast 40 Jahren kaum Verschleiß: Nur wenige Pforzheimer Zuschauer sehen den Streifen zum ersten Mal.
Die meisten singen die Texte mit und zelebrieren die eine oder andere kultige Filmszene. „Wir haben das Publikum am Eingang abgeholt und mit Knicklicht, Gummihandschuhen und Zeitungen ausgestattet“, erklärt Timo Gerstel, seit elf Jahren Veranstaltungsleiter des Open- Air-Kinos, die erwartungsgemäß positive Resonanz. Abgesagt hat in Pforzheim hingegen die Event-Gruppe „Another Planet“, die neben der Leinwand Szenen aus dem ewig jungen Horror-Spektakel live aufführen sollte. Und in eine besonders schillernde Verkleidung à la „Frank ’n’ Furter“, Columbia oder Rocky ist in Pforzheim niemand geschlüpft. Frank Willmann vom Kulturhaus Osterfeld glaubt den Grund zu kennen: „Wir haben eher das Publikum, das wegen der Musik kommt.“
Autor: Robin Daniel Frommer






