

Der Luftgitarrist, Besendrescher und Stimmbandschwinger Tommy Bloch alias Manfred Rollinger und sein musikalischer Partner und Gitarrist Andy Susemihl alias Dr. Horst Rock haben sich ein Ziel gesteckt: Als „Rock & Rollinger“ will das Duo der Welt beweisen, dass sich schwäbischer Rock vor entsprechender Musik desselben Genres mit Texten in englischer Sprache alles andere als verstecken muss.
Und die beiden Schwabenrock-Missionare haben mit ihrem Vorhaben zunehmend Erfolg. Dad bereits einige Radiosender die von dem Duo produzierte Schwabenhymne mit dem Refrain „Wir können alles außer Hochdeutsch“ spielen, wächst zunehmend auch die Fangemeinde, die von den „Rock & Rollinger“-Liveauftritten beeindruckt ist. Selbst im badischen Pforzheim haben die beiden Älbler jetzt bei einem Gastspiel im Studio des Kulturhauses Osterfeld überzeugt und für ihre Darbietungen viel wohlverdienten Beifall geerntet.
Das Duo „Rock & Rollinger“ ist alles andere als gewöhnlich: In der Auswahl der vertonten Themen ebenso wie in der Präsentation. Mal erklingt eine Hymne an die Kehrwoche in bester Rammstein-Manier, bei der Manfred Rollinger mit nach oben gereckter Faust im Refrain immer wieder dunkel „Kehrwoch’...“ schreit und die Zuhörer dazu animiert, es ihm gleich zu tun; mal erklingt mit „Brudal verliebt“ ein Liebeslied, in dem die Fähigkeit der Schwaben offenbar wird, die empfundenen Gefühle gegenüber dem anderen Geschlecht offen und aufrichtig zu zeigen; mal präsentiert das Doppel ein Pendant zu Rolf Zuckowskis süßlichem Kinderlied „In der Weihnachtsbäckerei“, indem es den Song „In der Weihnachtsbrauerei“ in erfrischend humorvoller Derbheit von der Bühne schmettert.
Die beiden gestandenen Musiker schaffen es, mit ihrem Projekt „Rock & Rollinger“ im Handstreich das Publikum zu begeistern. Ganz gleich, ob sie in bester Rockmanier eine Liebeserklärung an ihre schwäbische Heimat richten, ob sie gesellschaftskritisch in gestandenem Rap das voyeuristische Verhalten vieler Menschen im Titel „Tagesschau“ ins Visier nehmen oder aber der Vergangenheit huldigen, in der einfach alles besser gewesen ist: Mit gelungenem Witz und großer Musikalität, mit beeindruckender Stimme und ergreifenden Gitarrensoli gewinnt das Duo neue Freunde.
Dass die vom FC Bayern München eingesteckte Niederlage im Champions-League-Finale gegen Chelsea von den beiden VfB-Fans weidlich durch den Kakao gezogen wird, ist an diesem Abend nur das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i und beweist, dass Horst Rock und Manfred Rollinger nicht nur gute Musiker, sondern auch gestandene Humoristen sind, die es blendend verstehen, das Publikum zu unterhalten.
Autor: Ralf Recklies






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