

BAD WILDBAD. „Wenn ich daran denke, welche hervorragenden Sänger mir für Rossinis ,Tell’ angeboten wurden, bin schon etwas traurig“, sagt Jochen Schönleber, Intendant des Festivals „Rossini in Wildbad“. . Denn den Plan, Abschiedswerk des Italieners von der Opernbühne in diesem Jahr aufzuführen, habe sich schon relativ früh zerschlagen. Die Finanzkrise und eine zurückgezogene Förderungszusage durch das Goethe-Institut, die Kosten für einen afrikanischen Chor zu übernehmen, führten dazu, dass das Projekt zumindest in die Zukunft verschoben werden musste.
Und ein weiterer herber Schlag traf das Rossini-Festival: Die Peter Moores Foundation, lange Jahre ein verlässlicher Unterstützer der Belcanto-Aktivitäten im Nordschwarzwald, hat infolge der Wirtschaftskrise zumindest für 2010 ihre Unterstützung eingestellt. Immerhin habe die Foundation etwa so viel finanziell für das Festival beigetragen wie das Land Baden-Württemberg, konstatiert Schönleber.
Auch wenn im Angesicht fehlender potenter Sponsoren die dunkeln Wolken über dem stets unterfinanzierten Rossini-Festival sich verdichten, Schönleber spricht davon, „dass wir zeitverzögert einen finanziellen Beitrag zur Bankenkrise werden leisten müssen“. Der Intendant versucht über verstärkte Aktivitäten auf dem CD/DVD-Markt und mehr verkaufte Karten die Finanzlage des Festivals zu verbessern. Gerade ist ein DVD-Mitschnitt der Opernrarität „I due Figaro“ von Michele Carafa erschienen. Zudem steht mit der Trinkhalle als neuem Spielort für die Saison 2010 auch ein größeres Kartenkontingent zu Verfügung.
Weiterhin hofft Schönleber verstärkt auf Kooperationen. So würde er gerne das Südwestdeutschen Kammerorchester wieder verpflichten würde („Die Zusammenarbeit verlief gut und harmonisch“). Zudem könne er sich auch eine Kooperation mit dem Theater Pforzheim vorstellen, um das Rossini-Festival hier anzubinden. Einen wichtigen Baustein für „Rossini in Wildbad“ soll die „wiederauferstandene“ Belcanto-Akademie bilden, die in Zusammenarbeit mit der von Raúl Giménez gegründeten Akademie Concertante Barcelona „La Cenerentola“ auf die Bühne bringen wird. Besonders gespannt ist Schönleber dabei auf die Giménez-Schülerin Serena Malfi in der Titelpartie.
Ebenfalls in der Trinkhalle soll Rossinis französische Oper „Le Siège de Corinthe“ erklingen. Während Antonio Fogliani die „Cenerentola“ leiten wird, ist es bei der „Belagerung von Korinth“ Jean-Luc Tingaud. Im intimen Kurtheater gibt es zudem die Rarität „Adelina“ von Pietro Generali, die mit einigen Ausschnitten aus frühen Farsen Gioachino Rossinis, der sein 200-jähriges Bühnenjubiläum feiert, gekoppelt wird. Thomas Weiss





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