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Unter der Luthereiche vor der Schloßkirche: Pfarrerin Heike Reisner-Baral (rechts), Initiator Christian Knebel und Andrea Pfrommer von der Ökumenischen Citykirche. Foto: Molnar
Unter der Luthereiche vor der Schloßkirche: Pfarrerin Heike Reisner-Baral (rechts), Initiator Christian Knebel und Andrea Pfrommer von der Ökumenischen Citykirche. Foto: Molnar
16.03.2017

Schloßkirche: Konzert „Vom Himmel hoch...“

Ein außergewöhnliches Konzert ist am 1. April in der Pforzheimer Schloßkirche zu sehen und hören. Ferne Galaxien sind dort auf Leinwand zu bestaunen, Sterne, Mond und andere kosmische Körper. Dazu erklingen barocke und moderne Werke für Klavier zu vier Händen und Gitarre, auch Solostücke und Improvisationen.

Anlässlich des Reformationsjubiläums hat sich das Klavierduo Ljiljana Borota und Christian Knebel mit dem Gitarristen Matthias Hautsch zusammengetan – für das multimedial-musikalische Projekt „Vom Himmel hoch …“.

Die Musiker haben ein sensibles Klangbild zusammengestellt, das ohne Worte auskommt. „Wir wollen die Ästhetik, die Schönheit unserer Umgebung zeigen“, sagt Ideengeber Christian Knebel, der schon lange ein Faible für Astronomie hat und als Jugendlicher in einer Sternwarte arbeitete. Mit Bildern von der Nasa und Eso wird es eine audiovisuelle Reise von der Antarktis ins All geben. Über dem Altar in der stockdunklen Schloßkirche soll eine Leinwand mit Beamer eingerichtet werden. „Es wird wie im Kino sein“, so Knebel.

Zu Bildern von bizarren Eisbergen werden die drei Musiker zum Beispiel Walgesänge improvisieren. Zu Ansichten vom Mond gibt es Musik von Debussy, auch Choräle von Luther, Bach und György Kurtág sowie die eingängige Spiralsinfonie op. 68 von Urmas Sisask sind zu hören.

Doch was hat das Ganze nun mit Luther zu tun? Eine ganze Menge: „Luther war ein hochmusikalischer Mensch“, sagt Knebel. Zudem hatte er einen Bezug zur Natur, bestaunte Tiere und Geschöpfe. „Je tiefer man die Schöpfung erkennt, um so größere Wunder entdeckt man in ihr“, soll er einmal gesagt haben. Um die Schöpfung geht es auch bei dieser Collage in Klang und Bild, die nicht nur Welten verbinden soll, sondern auch die kühl-distanzierten Bilder mit der emotionalen Komponente der Musik.

Die Schloßkirche bietet sich für die 70-minütige Uraufführung geradezu an: „Die Reformation ging von hier aus nach Baden“, sagt Pfarrerin Heike Reisner-Baral, die sich auf ein weiteres ungewöhnliches Projekt in der Kirche freut – eines, das von der Landeskirche unterstützt wird.