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Tolles Duo:  Siyou ’n’ Hell ließen keine Wünsche offen.
Tolles Duo: Siyou ’n’ Hell ließen keine Wünsche offen.
© Frommer

Siyou ’n’ Hell: Heimspiel mit Bass

PFORZHEIM. Die erste Hälfte ihres Konzerts brillierten sie als Duo: Mit Siyou Isabelle Ngnoubamdjum und Hellmut Hattler präsentierten sich zwei Vollblutmusiker im ausverkauften Kulturhaus Osterfeld, die künstlerisch geradezu in der Form ihres Lebens scheinen. Schon die ersten beiden Songs – „Motherless Child“ und „Baby Love“ – verfingen beim Publikum im bestuhlten Malersaal. Zur ausdrucksstarken Stimme der in Pforzheim aufgewachsenen Sängerin gesellte sich der ’mal mitreißend groovende, ’mal geradezu „singende“ Bass Hellmut Hattlers, als gäbe es gar nichts Selbstverständlicheres.

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Blindes Verständnis

Beide scheinen sich auf der Bühne schlichtweg blind zu verstehen. Darauf angesprochen, meinte Hellmut Hattler: „Wir wussten zwar voneinander, haben uns aber erst im Rahmen einer Benefiz-Veranstaltung zufällig kennengelernt. Jeder hatte seinen Auftritt, also die Pflicht, erledigt, so hatten wir Zeit für eine gemeinsame Kür. Wir waren selbst überrascht, dass unsere musikalischen Schnittstellen sofort passten und wie sich die Hirne verselbständigten, seither kommunizieren wir auf einer Ebene, die keine Worte mehr braucht“. Bill Withers Soultitel „Lean On Me“ zelebrierten Siyou ’n’ Hell, als wäre er nie für eine andere Besetzung geschrieben worden. Isabelle Ngnoubamdjum überraschte „live“ sogar mit einigen Rap-Fill Ins, die so in der Studioaufnahme der Erstlings-CD nicht enthalten sind. Bei „Apparently Nothing“ gab Hattler, der sich selbst halb ernst-, halb scherzhaft den „Johnny Controlletti des Zusammenspiels“ nennt, mit treibendem Bassspiel die Marschrichtung vor. Bei Lennon-McCartneys „Come Together“ reichte eine Handbewegung und das verzauberte Publikum antwortete: „Over Me“… Beim zweiten Set stiegen Joe Fessele (Piano), Christoph Scherer (Percussion) und Jürgen Schlachter (Schlagzeug) in das Konzert ein. „Warm Embrace“, ein Titel, den Hattler und Ngnoubamdjum gemeinsam geschrieben haben, folgte. Zum ganz zurückhaltend und melodiös gespielten Bass gesellten sich Drums und Percussion, legten einen ganz neuen, nicht minder spannenden „Soundteppich“ aus. „Der Song handelt von den Dingen, um die es im Leben eigentlich geht“, erklärte Siyou Isabelle Ngnoubamdjum dem Publikum. „Wir suchen so viel draußen und viel zu wenig bei uns“, und forderte auf: „Schenken sie ihrem Sitznachbarn jetzt ’mal ein Lächeln oder stellen sie sich ihm vor!“

Mit der Zugabe „Still haven’t found, what I’m looking for“ klang ein rundum überzeugender Konzertabend mit Gänsehautfeeling aus: Gerade in der fein austarierten Mischung eigener Songs wie „New ID“ oder „Lil’ Sail“ mit Cover-Versionen bekannter „Hymnen“ scheint der musikalische Reiz von Siyou ’n’ Hell-Auftritten zu liegen; Innovatives und Bekanntes, Hörgenuss und Mitsingen machten das „Heimspiel mit Bass“ zum Erlebnis. Robin Daniel Frommer

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