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01. Juli 2012

Spritzig und voller Übermut

REMCHINGEN-NÖTTINGEN. Er ist wie ein kleines Paradies – der Alte Pfarrsaal in Nöttingen mit Blick in einen hübsch verwilderten Garten. Wenn darin nun ein solch vortrefflicher Dvorák aufgeführt wird wie beim jüngsten Konzert von Musikern des Staatstheaters Karlsruhe, dann kommt umso mehr ein Gefühl von Glückseligkeit auf.

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Mit dabei sind Claudia von Kopp-Ostrowski (Violine I), Diana Drechsler (Violine II), Michael Fenton (Viola), Minjung Suh (Violoncello), Christoph Epremian (Kontrabass), Georg Kopp (Flöte), Nobuhisa Arai (Oboe), Leonie Gerlach (Klarinette), Ulrike Bertram (Fagott), Jörg Dusemund (Horn) und Miho Ushida (Klavier). Von Dvorák steht das Quintett G-Dur op. 77 für Streichquintett und Kontrabass auf dem Programm.

Gleich beim Kopfsatz wird klar: Dieses Stück ist voller Energie und freudigem Übermut – dank des beherzten Zugriffs der Interpreten. Leidenschaftlich behaupten sich Cellistin und erste Geigerin, auch der Kontrabassist setzt starke, beinahe grobe Akzente. Spritzig und dynamisch folgt das Scherzo, mit melodramatischer Strömung das Andante und mit aufbrausender Rasanz das Finale.

Dass es schwülwarm an diesem Abend ist, ist dem Spiel kaum anzumerken. Während Bläser und Streicher im ersten Teil des Konzertes getrennt auftreten – die Bläser mit Árpad Balázs‘ lustvoller Serenade für Bläserquintett – so schließen sich die Musiker der Badischen Staatskapelle im zweiten Teil zusammen. Platztechnisch und klanglich gehen sie dabei an die Grenzen des Pfarrsaals und füllen ihn mit einer blühend-orchestralen Klangwucht – mit der viersätzigen Kammersinfonie B-Dur op. 8 für Streichquintett, Bläserquintett und Klavier von Ermanno Wolf-Ferrari (1876–1948).

Nach einer ausdrucksvollen Einleitung durch Klavier und beitretender Klarinette entwickelt sich eine pathetisch wirkende Sprache. Schön werden einzelne Instrumente beleuchtet und erneut zusammengebracht, das Fagott im zweiten Satz zum Beispiel oder die Flöte im dritten. Der Schlusssatz wirkt wie eine große Filmszene mit rauschenden Tutti und poetischen Klavierszenen.

Anita Molnar

01.07.2012
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