
KARLSRUHE. Werke, die in Karlsruhe lange nicht mehr zu sehen waren, und Stücke, die das Ensemble zum Abschied gerne aufführen will, unter diesen Prämissen steht der Spielplan des Badischen Staatstheaters für die Saison 2010/2011. Nach dieser werden Generalintendant Achim Thorwald sich in den Ruhestand und Schauspieldirektor Knut Weber nach Ingolstadt verabschieden. „Wir wollen einen Übergang schaffen“, meint Thorwald, der dem kommenden Intendanten Peter Spuler einen guten Start ermöglichen will.
Im Musiktheater verfolgt Thorwald die Linie weiter, in Karlsruhe selten präsentierte Opern aufzuführen. Am 15. Oktober hat Camille Saint-Saeëns „Samson und Dalila“ in der Regie des Startenors Jose Cura Premiere, der auch die ersten fünf Vorstellungen singen wird. Bei Verdis „La Traviata“ hat sich der Hausherr die Regie selbst vorbehalten, bei den Händel-Festspielen kommt „Partenope“ zur Aufführung. Eine weitere Rarität ist Amilcare Ponchiellis „La Gioconda“, auf die Leos Janaceks „Katja Kabanowa“ in der Regie des früheren Pforzheimer Intendanten Georg Köhl folgt. Zum Abschluss wird Gottfried von Einems „Dantons Tod“ ein „Monolog“ des Karlsruher Komponisten Wolfgang Rihm gegenübergestellt.
Im Ballett will Birgit Keil die erfolgreiche Arbeit ihrer Compagnie mit einer ungewöhnlichen Sicht auf Tschaikowskys „Nussknacker“ fortsetzen, der vom Choreografen Youri Vàmos mit der „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens verbunden wird. Weiterhin gibt es einen Ballettabend mit Choreografien von Heinz Spoerli, Christopher Wheeldon und Demis Volpi.
Weber präsentiert zum Abschied eine Reihe von Stücken, die dem erfolgreichen Schauspielensemble Gelegenheit zur Selbstdarstellung geben sollen, wie Labichs „Das Sparschwein“, Cechovs „Der Kirschgarten“ oder Handkes „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“. Dazu gibt Achim Thorwald sein Regiedebüt im Karlsruher Schauspiel mit „Cabaret“, als Musical-Uraufführung präsentiert das Ensemble „Big Money“ in Anlehnung an den Wirtschaftsskandal um den Ettlinger Unternehmer Schmieder. Weiterhin sind Tracy Letts „Eine Familie“ und die verlegte Uraufführung von „Über den Wassern“ vorgesehen.Thomas Weiss





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