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08. Januar 2012
Seltene Werke im musikalischen Gepäck: das Tübinger Bläseroktett zu Gast in Heimsheim. fotomoment
Seltene Werke im musikalischen Gepäck: das Tübinger Bläseroktett zu Gast in Heimsheim. fotomoment

Unterhaltsames Neujahrskonzert des Tübinger Bläser-Ensembles in Heimsheim

Heiter bewegt gestaltete das Tübinger Bläseroktett ein Neujahrskonzert in der evangelischen Kirche in Heimsheim. Dort trat es unter der Bezeichnung „Ensemble nACHTmusik“ mit zum Teil selten aufgeführten Werken von Mozart, Beethoven, Krommer und Myslivecek auf und entfaltete feinstimmigen Klang auf Blech- und Holzblasinstrumenten.

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Ganz im Stil der höfischen Harmoniemusik erklang die Ouvertüre zur Oper „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart. Bereits damit bestach das Tübinger Bläseroktett mit exzellenter, klarer Intonation und mit unüberhörbarer Musizierfreude. Besonders im ruhigen, kantabilen Mittelteil verbreiteten die acht Musikerinnen und Musiker, die verschiedenen Sinfonie- und Kammerorchestern im Land angehören, eindrucksvoll dichte Klangpracht.

Eindrucksvolle Virtuosität

Das Oktett Opus 103 von Beethoven zählt zu den musikalischen Raritäten, weil dieses ursprüngliche Jugendwerk, das noch in seiner Geburtsstadt Bonn entstand, trotz mehrfacher Bearbeitungen niemals zu einem populären Stück wurde. Pfarrer Christian Tsalos von der Kirchengemeinde Heimsheim, der sachkundig durch das Programm führte, berichtete davon den zahlreich erschienenen Besuchern. Die Komposition wird in der Tat noch nicht von jener machtvollen sinfonischen Kraft geprägt, die Beethoven in späteren Werken entfaltete. Das Ensemble „nACHTmusik“ interpretierte die vier Sätze als eher unterhaltsames Bläserstück, das den Ausführenden Gelegenheit gab, sich auch mit eindrucksvoller Virtuosität zu profilieren und dabei orchestrale Klangfülle hörbar zu machen.

Ebenfalls nur sehr selten aufgeführt wird ein Oktett, Opus 67, des Zeitgenossen von Mozart und Beethoven, Franz Vinzenz Krommer, das er für eine Besetzung mit Bläseroktett und Kontrabass schrieb. Das Streichinstrument tritt darin keineswegs solistisch hervor, sondern dient lediglich der wärmeren, weicheren Verdichtung des Klanges der tiefen Instrumente Fagott und Horn. Gleichwohl gefiel dieses Werk mit einer Fülle reizvoller kompositorischer Ideen. Das Tübinger Bläseroktett kostete diesen musikalischen Humor mit spritzigem, elegantem Spiel aus. Mit gleichem Esprit interpretierte das Ensemble schließlich auch das Oktett Nummer zwei des im 18. Jahrhundert lebenden böhmischen Komponisten Josef Myslivecek. Wieder überzeugte das Ensemble mit filigraner, heiter unbeschwerter Gestaltung der vier Sätze, insbesondere mit der delikaten Wiedergabe melodiöser Passagen des Largos. Rudolf Wesner

Autor: Rudolf Wesner

08.01.2012
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