

Pforzheim. In einer deutschlandweit angelegten Reihe mit dem Titel „366 + 1 Kirche klingt 2012“ wird an jedem Tag in einer anderen evangelischen Kirche ein Konzert aufgeführt. Am Montag beteiligte sich nun auch der Motettenchor Pforzheim unter der Leitung von Kord Michaelis in der Schloßkirche mit A-cappella-Musik vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.
Die Evangelische Kirche in Deutschland führt die Reihe in Zusammenarbeit mit Musikern der 22 Landeskirchen auf. In Pforzheim fand bereits das 51. Konzert der Reihe statt. Ein Bindeglied dieses Projekts sind Leitlieder der Reformation. Für das Konzert in der Schloßkirche war dies, so erläuterte Bezirkskantor Kord Michaelis, der Choral „Er weckt mich alle Morgen“, den abwechselnd die rund 80 Besucher und der Motettenchor sangen.
Der Motettenchor Pforzheim leitete das Konzert mit „Lobet den Herrn, alle Heiden“ von Johann Sebastian Bach ein. Freudig und bewegt führte der mit hoch kultivierten Stimmen besetzte Chor in vitalem Tempo das Werk aus. Von Orlando di Lasso gestaltete der Chor sehr lebendig und eindringlich „Jubilate Deo“ sowie „Intende voci orationi meae“. Dabei bestach erneut die Stimmenpracht des Chors, der seelenvoll andachtsvolle Stimmungen wachsen ließ.
Der Organist Timo Rinke führte eine „Echo Fantasia in d“ von Jan Pieterzoon Sweelinck, der vor 450 Jahren geboren wurde, auf. Dieses Werk erwies sich als musikalische Delikatesse, weil der Orgelvirtuose durch mehrfachen Manualwechsel die Echomotive in changierenden Klangfarben hörbar machte. Im weiteren Verlauf des Konzerts interpretierte Rinke „Cantabile“ von César Franck. Die meditative Ausstrahlung der Komposition entfaltete sich aus der elegischen Melodik, die der Musiker empfindsam feinstimmig ausführte.
Weiterhin standen eine Motette von Gottfried August Homilius sowie die Vertonung des 42. Psalms von Palestrina auf dem Programm. Insbesondere diese Motette ließen Kord Michaelis und der Motettenchor durch die Einhaltung eines verhalten schreitenden Tempos in ihrer Erhabenheit sehr innig wirken.
Ein weiter Bogen wurde mit „Die Seele, weil sie ist geboren zur Ewigkeit“ von Hugo Distler, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebte, gespannt. Den Kontrastreichtum der Motette leuchtete der Chor expressiv und bewegt aus. Dem standen Vokalwerke des frühen 16. Jahrhunderts von Heinrich Schütz sowie Caspar Othmayr und zum Abschluss als Beispiel für Spätbarockes von Bach „Fürchte dich nicht“ gegenüber. Die Wiedergabe dieser Komposition für achtstimmigen Doppelchor führte der Motettenchor mit hohem stimmlichen Glanz in emotionaler Gestaltungsdichte aus.





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