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Der Pforzheimer Künstler René Dantes (links) stellt bei der Galerie von Ulf Larsson aus. pfäfflin/Deck/Naumann
Wie ein organisches Lebewesen erscheint die Skulptur von Aljoscha.
Ungewöhnlich: „Florida Welcome“, Objekt aus Fundstücken von Tomi Ungerer.
Das Werk „Ceci n’est pas un meme“ (Das ist kein Scherz) von Holger Kurt Jäger spielt mit neuer Aussage auf das Werk von René Magritte an.
Galerist Dirk Supper vor einer ganzen Wand mit kleinformatigen Werken des Leipziger Künstlers Rayk Goetze.
16.02.2017

Wundertüte für Kunstfreunde - Art Karlsruhe ist mit einer Vernissage gestartet

Eigentlich ist die Art Karlsruhe noch nicht eröffnet – und doch schieben sich die geladenen Gäste der Vernissage am Mittwochabend dicht gedrängt durch die Hallen der Messe Karlsruhe. Rund 50 000 Besucher werden in den kommenden vier Tagen erwartet. Was erwartet sie?

Wie viele und wer?

6500 verschiedene Werke – Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Installationen – gibt es in vier Hallen zu entdecken – bei 211 Galerien aus elf Ländern. Unmöglich alles zu sehen: „Da hilft nur vorbeischlendern und wenn etwas ins Auge springt genauer hinzuschauen“, sagt der Pforzheimer Sammler Gerhard Odenwald. Wie seit Jahren gewohnt, sind die großen Namen – vor allem der Klassischen Modernde – vertreten: Kirchner und Nolde, aber auch Schlemmer, Grieshaber, Liebermann – und jede Menge Horst Antes. Aus Barcelona kommt Kunst von Bacon, Chagall und Fontana. Und bei den Zeitgenossen sind beispielsweise Jeff Koons, Bansky und der französische Sprayer Blek le Rat zu bestaunen. Oder, um es mit Messechefin Britta Wirtz zu formulieren: „Hier finden Sammler ein erwartbares, qualitatives Angebot vor.“

Bildergalerie: Die Art Karlsruhe 2017 ist eröffnet

Was ist noch bemerkenswert?

Unbedingt vorbeischauen sollte man bei der Sonderausstellung mit Werken von Toni Ungerer aus der Sammlung Würth, die das Œuvre des 85-Jährigen in großer Bandbreite zeigt. Und auch seine höchst erotische Seite nicht ausspart. Lohnenswert – gleichsam als Atempause – sind auch die Präsentationen zahlreicher Museen, wo man sich etwa bei der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe vorab über die große Cézanne-Ausstellung im Herbst informieren kann.

Was gibt es zu entdecken?

Das hängt vom ganz persönlichen Geschmack ab. Spektakulär beispielsweise die rote Arcylskulptur des ukrainischen Künstlers Aljoscha bei der Galerie Martina Kaiser, die sich schwebend leicht in die Höhe schraubt und dabei das Licht einfängt. Ganz leise und doch eindrucksvoll die Landschaftsbilder aus dem Tessin und Basel von Hermann Hesse beim Kunsthandel Thole Rothermund. Und auch der US-Präsident Donald Trump darf nicht fehlen: Er grinst auf einem Gemälde des deutschen Künstlers Holger Kurt Jäger als Pfeifenkopf selbstgefällig zur Seite – ironische Referenz an das Pfeifenbild von René Magritte. Statt „Ceci n’est pas une pipe„ ist nun zu lesen: „Ceci n’est pas un meme“ (Das hier ist kein Scherz). Wen kann man treffen?

Aus Pforzheim ist Bildhauer René Dantes prominent vertreten. Denn gleich vor dem Haupteingang steht seine drei Meter hohe Skulptur „Marcia“. In Halle drei sind bei der Galerie Ulf Larsson zwei seiner fabelhaften „Toolheads“ aus Cortenstahl und die Edelstahl-Skulpturen „Salome“ und „Nana“ zu entdecken. Der Pforzheimer Dirk Supper ist mit seiner in Baden-Baden beheimateten Galerie wieder vor Ort. Dieses Mal in Halle zwei mit einer ganzen Wand voller kleinformatiger, ausdrucksstarker Bilder des Leipziger Künstlers Rayk Goetze. Auch Monika Thiele ist wieder dabei: Neben ihren Fadenbildern, die sie kontinuierlich weiterentwickelt, sind auch Zeichnungen aus den 1990er-Jahren zu sehen, die eine ganz eigene Sogwirkung entfalten. Gestern auf der Art anzutreffen auch Pforzheims ehemalige Kulturamtsleiterin Isabel Greschat, die das spannende Jahresprogramm des Museums der Brotkultur mit der noch bis 26. Februar dauernden Schau „Gastmahl“ vorstellt.

Was kostet es?

Die Tageskarte kostet 20 Euro, die Dauerkarte 34 Euro. Öffnungszeiten: Freitag bis Samstag 12 bis 20 Uhr, Sonntag 11 bis 19 Uhr.