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Zwischen Höllen-Trip und „Heile-Mix-Welt“

Pforzheim. Seit 11. Mai läuft in Pforzheim das interkulturelle Festival „Mix versteh’n“ und so beschäftigte sich das regelmäßig in der Buchhandlung Thalia stattfindende Buchcafé mit verschiedenen Titeln zum Thema

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. „Es geht darum, uns auf Augenhöhe zu begegnen und das Zusammentreffen verschiedener Kulturen als etwas Bereicherndes und Befruchtendes zu sehen“, betonte Kulturamts-Leiterin Isabel Greschat. Die Chance hierzu bestehe in Pforzheim, haben hier doch 43 Prozent der Einwohner einen sogenannten Migrationshintergrund.

Greschat sowie die Chefdramaturgin des Theaters Pforzheim, Georgia Eilert, Ruth Nakatenus von der Evangelischen Erwachsenenbildung, der Leiter des Bildungszentrums Karlsruhe, Tobias Licht, und der Theologe Tobias Gfell stellten im Laufe des Abends mehrere Titel vor, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Leben in zwei Kulturen beschäftigen.

Hart, illusionslos und auf hohem literarischem Niveau tut dies Maxi Obexer in „Wenn gefährliche Hunde lachen“. In dem Buch wird die Flucht einer nigerianischen Journalistin durch die Wüste und über das Mittelmeer nach Europa geschildert. Dies sei von einer beklemmenden Eindringlichkeit, so Eilert. Ernüchternd sei die Ankunft nach dieser Reise durch die Hölle, wie Greschat es formulierte. „Europa ist die Hoffnung dieser Menschen, die am Ende ganz bitter enttäuscht wird“, sagte Licht. Leichter, humorvoller und auch frecher nähern sich die anderen Bücher, die vorgestellt wurden, dem Thema. Jan Weilers erfolgreiches „Maria, ihm schmeckt’s nicht“, „Macho Man“ von Moritz Netenjakob, Angela Tronis „Risotto mit Otto“, „Beim Griechen“ von Alexandros Stefanidis oder die Bücher der türkischstämmigen Journalistin und Autorin Hatice Akyün „Einmal Hans mit scharfer Soße“ oder „Ali zum Dessert“.

Bücher, die sich mit dem Thema Interkultur und Integration beschäftigen, sind in Deutschland derzeit sehr erfolgreich – manche der Titel wurden sogar zu Bestsellern. Wird da auf Kosten anderer Kulturen Kohle gemacht? Diese provokante Frage stellte Gsell in den Raum. Die Diskutanten auf dem Podium verneinten dies. Es werde in diesen Büchern zwar schon ein bisschen eine „Heile-Mix-Welt“ gezeichnet, aber auch gezeigt, dass Integration funktionieren kann. „Diese Bücher eröffnen die Diskussion und irgendwo muss man ja mal anfangen sich mit diesem Thema zu beschäftigen“, meinte Eilert. Rainer Würth

Autor: Würth

25.05.2012
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