15. April 2012

Karlsruher SC

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Die orthodoxen Christen stehen vor der Mühlacker Kirche in der Schlange, um unter dem Epitáfios, dem Sarg Christi, hindurch in die Kirche zu laufen. Als erstes wird das Kreuz Jesu hineingetragen.
Die orthodoxen Christen stehen vor der Mühlacker Kirche in der Schlange, um unter dem Epitáfios, dem Sarg Christi, hindurch in die Kirche zu laufen. Als erstes wird das Kreuz Jesu hineingetragen.
© Georgiou

Auch KSC-Profis feiern in Mühlacker orthodoxes Ostern

Mühlacker. Zahlreiche Griechen aus dem gesamten Enzkreis haben sich am Wochenende in Mühlacker versammelt, um den Höhepunkt des orthodoxen Osterfestes zu feiern und an den traditionellen Osterprozessionen teilzunehmen. In der griechisch-orthodoxen Kirche ist Ostern das größte Fest im Jahr. Es ist das Fest der Besinnung, der Vergebung und auch der Familienzusammenführung – und für manchen KSC-Fußballprofi war es vielleicht auch die Gelegenheit, um Hilfe von oben für den Zweitliga-Endspurt zu bitten.

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Bildergalerie: Griechisch-Orthodoxe Osterfeier in Mühlacker
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Mit dabei waren in Mühlacker nämlich auch der aus Zypern stammende Linksverteidiger des KSC, Elias Charalambous, sowie der Co-Trainer des badischen Zweitligisten, Argirios Giannikis. Beide waren am Karfreitag vielleicht auch deswegen in die Kirche des heiligen Jakobus gekommen, um vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Ingolstadt göttlichen Beistand zu erbeten.

Traditionell wird in Griechenland am Karfreitag der Epitáfios, der symbolische Sarg Christi, zunächst am Morgen geschmückt und am Abend durch den Ort getragen. So geschah es auch in Mühlacker, wo die gläubigen Griechen dem Sarg - angeführt von Pater Georgios Makris - rund um den Bahnhof folgten. Anschließend wurde er vor der Eingangstür der Kirche aufgestellt, sodass die Menschen darunter hindurch laufen konnten. Nach griechischem Brauch erhalten sie somit den heiligen Segen.

Die Prozessionen erreichten in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihren Höhepunkt bei der Anástasi, der Auferstehung Jesu. Wiederum versammelten sich die Menschen in und um den Bahnhof und warteten auf das „Heilige Licht“, um ihre Kerzen damit anzuzünden und gemeinsam zu beten. Welche Bedeutung das Osterfest für die Griechen hat, lässt sich für den Außenstehenden auch dadurch veranschaulichen, dass während und nach den Gebeten – wie es auch hier die Tradition will - zahlreiche Knallkörper gezündet wurden.

Was ebenfalls nicht fehlen durfte ist das Zerbrechen der rot gefärbten Eier. Am Gründonnerstag färben die Frauen ihre Eier mit roter Farbe. Sie symbolisieren das Blut Jesu. Nach der Anástasi werden diese gegeneinander geschlagen. Die zerbrochene Schale ist dabei ein Symbol für die Auferstehung.

Vor allem die jüngeren machen aus diesem Brauch einen kleinen Wettkampf. Wessen Ei bleibt am längsten unbeschädigt und schlägt so viele andere Eier wie möglich? Da ist es natürlich sehr wichtig, dass man schon bei der Auswahl seines Eies genauestens hinschaut. Schließlich könnte eines vielleicht einen Riss, ein anderes eventuell eine weiche Schale haben. Jedoch sind es nicht nur die kleinen, die sehr viel Wert auf das Aussehen ihrer Eier legen. Auch unter den Hausfrauen geht es oft darum, welche Eier die schönste Form oder auch das schönste Rot haben.

Der Sonntag steht dann im Zeichen des Osterlamms. Dieses wird normalerweise über offenem Holzkohlefeuer gegrillt. Dieses Jahr hat Petrus den Griechen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schmecken wird das Lamm aus dem Ofen sicherlich trotzdem.

Autor: Stavros Georgiou

15.04.2012

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