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22.12.2008

Daten-Autobahn in die Mühlacker Stadtteile

MÜHLACKER/WIERNSHEIM. Erhebliche Investitionen in das Datennetz in der Region: Schon in den nächsten Monaten soll das Glasfasernetz zwischen den einzelnen Stadtteilen in Mühlacker mit längeren Verbindungstrassen ausgebaut werden.

Das hat die Telekom Bürgermeister Winfried Abicht in Aussicht gestellt. Für die Maßnahmen will das Unternehmen die sich abzeichnenden Konjunkturprogramme nutzen. „Wir haben zwar nichts Schriftliches in der Hand, aber recht positive Informationen aus einer seriösen Quelle“, sagte Abicht gestern zur PZ. Das Mittelzentrum sei bereits „ganz eng“ an die Netze einiger Internet-Anbieter angeschlossen.

Der Rathaus-Vize aus Mühlacker kündigte eine ausführliche Unterrichtung des Gemeinderates an, die Ende Januar stattfinden soll. Der Bürgermeister will zusätzlich auf eigenen Kanälen um die Vergabe von Fördergeldern zur Verbesserung der Datenversorgung im Mittelzentrum kämpfen. Die Versorgung von einzelnen Ortsteilen über Funk könnten hauptsächlich für gewerbliche Nutzer nur zeitlich begrenzte Zwischenlösungen sein. Das aktuell propagierte Satelliten-Internet sei in seiner Leistung auf ein Megabit begrenzt. Ähnlich argumentierte gestern Hauptamtsleiter Markus Motschenbacher in Wiernsheim. „Das ist eher eine Lösung für entlegene Gehöfte“, meinte er. Auch beim Telefonieren über Internet seien aufgrund der Zeitlücke über Satellit Schwierigkeiten bei der Verständigung zu erwarten. Die Heckengäu-Gemeinde will in der auf dem Reißbrett entstehenden Wohnsiedlung „Schelmenäcker“ das Glasfaserkabel bis vor das Wohnhaus verlegen. Etwa 140 Bauplätze sind auf dem Areal vorgesehen. Die über das Erdkabel technisch abrufbare Leistung könnte in Wiernsheim bei etwa 100 Megabit liegen. In der ländlichen Heckengäu-Gemeinde werden kleinere Dörfer wie Iptingen per Funk versorgt.

Amtsleiter Motschenbacher erläuterte, die Telekom habe das Angebot gegenüber dem Rathaus verbessert. Das Unternehmen verlange für eine Verkabelung des Gemeindegebiets noch immer einen sechsstelligen Betrag aus der Rathauskasse. Das habe Bürgermeister Karlheinz Oehler mit Hinweis auf die Rechtslage in der Europäischen Union strikt abgelehnt. Zusätzlich hat die Gemeinde Pläne, den Ortsteil Pinache nicht länger vom Datenknoten in Mönsheim, sondern vom Knoten in Mühlacker im Netz zu erschließen.

In der Großen Kreisstadt betonte Bürgermeister Abicht, bei jeder größeren Tiefbaumaßnahme seien Leerrohre für Glasfaser-Kabel im Erdreich verlegt worden. Das könne die Kommune nun ausnutzen.