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Die Verantwortlichen der Deutschen Waldenservereinigung: Carola Lautenschläger, Anette Gewald, Claudia Benz, der Präsident Herbert Temme und Pfarrer Jens Hansen von der Waldenservereinigung Italien (von links). Prokoph
Die Verantwortlichen der Deutschen Waldenservereinigung: Carola Lautenschläger, Anette Gewald, Claudia Benz, der Präsident Herbert Temme und Pfarrer Jens Hansen von der Waldenservereinigung Italien (von links). Prokoph
Die „Märktle-Band“ mit Bassist Andreas Fritz, Gitarrist Sebastian Fritz, am Cajon Markus Gewald und an der Trompete Anna Gewald (von links) spielt im Museum.
Die „Märktle-Band“ mit Bassist Andreas Fritz, Gitarrist Sebastian Fritz, am Cajon Markus Gewald und an der Trompete Anna Gewald (von links) spielt im Museum.
16.10.2016

Eintauchen in die Welt der Waldenser

Eigentlich hätte die Deutsche Waldenservereinigung mit Sitz in Ötisheim-Schönenberg bei der langen Museumsnacht von vergangenem Samstag auf Sonntag in Pforzheim mitmachen sollen. Denn dort wurde im Gasometer in einem Vortrag die Kulturroute Hugenotten/Waldenserpfad vorgestellt.

Eigentlich. Aber: „Das hat bei uns in unseren Zeitplan nicht reingepasst“, erklärt der Präsident der Deutschen Waldenservereinigung, Herbert Temme.

Denn am Samstag haben rund 70 Personen aus dem Kreis der Waldenser und Handwerker in der Schönenberger Henri Arnaud Kirche einen Gottesdienst abgehalten, um für den kurz zuvor abgeschlossenen erfolgreichen Dachausbau dort (PZ berichtete) am vereinseigenen Museum Gott zu danken.

Am Samstag fand vor dem Gottesdienst außerdem eine Beiratsversammlung mit 21 Abgeordneten statt. „So kamen wir darauf, dass wir uns an der langen Nacht mit unserem Museum in Schönenberg beteiligen“, erklärt Herbert Temme. Das sei diesmal ein Versuch gewesen. Im nächsten Jahr müsse man im Vorfeld wohl etwas deutlicher darauf hinweisen, ist er überzeugt. Denn das Henri Arnaud Haus der Deutschen Waldenservereinigung, sie zählt etwa 1200 Mitglieder, gehört zu den Museen, die viel zu erzählen und deshalb auch viel zu zeigen haben. Durch den erfolgten Dachausbau konnten nun weitere Räumlichkeiten innen im Museum geplant werden. Dort sollen ab dem März 2017 verschiedene Wanderausstellungen stattfinden, die Historiker Albert de Lange dann konzipiert.

Sehenswert sind in dem Museum, das einst aus dem landwirtschaftlichen Anwesen von Waldenserpfarrer Henri Arnaud entstand, unter anderem eine 13 Kilogramm schwere Bibel aus dem Jahr 1730, ein altes Buch aus dem Jahr 1530 von Martin Luther und die im alten Zustand erhaltene Küche. Sie vermittelt dem Besucher einen Eindruck aus dem Leben in früheren Zeiten mit den Gerätschaften und dem Herd.

Von der italienischen Waldensergemeinde ist Pfarrer Jens Hansen gekommen. Er lebt seit 20 Jahren als Pfarrer in Kalabrien. Zusammen mit Herbert Temme, der Laienprediger ist, hielt Hansen den Dankgottesdienst in der Henri Arnaud Kirche. Die italienische Waldensergemeinde hatte den Dachausbau ebenfalls bezuschusst.

1936 begründet, wird die Deutsche Waldenservereinigung dieses Jahr 80 Jahre alt. Aber: „Wir feiern unseren 85. Geburtstag im Jahr 2021“, sagt Temme. Im Jahr 2025 gibt es die Waldenserkirche, die 1175 begründet wurde, überdies seit 850 Jahren.