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14.11.2008

GHV will sich kritisch mit Fußgängerzone befassen

MÜHLACKER. In engem Schulterschluss mit der Stadtverwaltung will der Gewerbe-, Handels- und Verkehrsverein (GHV) Mühlacker im kommenden Jahr das Thema Citymarketing voranbringen. Kritisch werde man sich indes mit der Fußgängerzone „Untere Bahnhofstraße“ auseinandersetzen, so Vorsitzender Hans-Dieter Slobodkin in einer Mitgliederversammlung.

Priorität habe 2009 das Projekt Citymarketing, so Slobodkin, der diesbezüglich von etlichen Vorgesprächen berichtete. Sowohl mit Oberbürgermeister Arno Schütterle stehe man in engem Kontakt, als auch mit dem Ältestenrat des Gemeinderats. Dabei blicke man auch über den eigenen Kirchturm hinaus, etwa nach Nagold, wo das Projekt „Kaufhaus Innenstadt“ vorangetrieben wird.

„Gähnende Leere“ moniert

Als weiteren Arbeitsschwerpunkt bezeichnete Slobodkin die Meinungsbildung zur künftigen Funktion der Unteren Bahnhofstraße. In der sogenannten Fußgängerzone herrsche „gähnende Leere“, sie sei „vergeudeter Platz“, wurde in der Sitzung vereinzelt artikuliert. Slobodkin, selbst Bäckermeister in Dürrmenz, favorisierte die Öffnung dieses Straßenabschnitts für den Fahrzeugverkehr im Schritttempo.

Nur Lob indes hatte Slobodkin übrig für das Marketing-Instrument Mühlacker-Card, die mittlerweile in über 12 000-facher Auflage auch über die Stadt hinaus verbreitet sei. Täglich werde sie im Durchschnitt 800 Mal eingesetzt, und monatlich kämen um die 100 neue Kartennutzer hinzu. Nach Slobodkins Eindruck könne demnach der Kaufkraftabfluss aus Mühlacker nicht so gravierend sein, „denn sonst hätte unsere Mühlacker-Card nicht den Erfolg“, folgerte er.

Noch unter dem Eindruck des zurückliegenden Martini-Markts stehend, kam in der Versammlung die Anregung, in der Kernstadt vielleicht einen dritten verkaufsoffenen Sonntag einzuführen. Applaus kam zu diesem Vorschlag freilich keiner auf, und Vorsitzender Slobodkin meinte, in der aktuellen Form gut aufgestellt zu sein. Zudem gebe es ja schon einen dritten Sonntag – beim „Dürrmenzer Herbst“. Stattdessen schwebt ihm vor, als Pendant zum vorweihnachtlichen Sternennacht-Einkaufsabend in der Kernstadt (5. Dezember) in Dürrmenz einen „Sommer-Zauber“ zu etablieren. Seine Vorstellungen würden dabei in Richtung Konzert im Burg-Innern, einer Hocketse im Enzvorland und zum Abschluss ein Feuerwerk – ähnlich wie bei der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Jubiläum des Gewerbevereins vor zwei Jahren.

Aus der Mitte der Versammlung kam derweil der Vorschlag, die Mitgliederstruktur zu verbreitern und verstärkt Handwerker, Dienstleister und Freiberufler für den Verein zu gewinnen. Oberbürgermeister Schütterle sprach von einer „guten Kooperationsatmosphäre“ zwischen GHV und Stadtverwaltung.