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10.10.2011

Großes Interesse an Vortrag von Hirnforscher in Oberderdingen

Etwa 1300 Gäste haben einem Vortrag eines der bekanntesten deutschen Hirnforscher in Oberderdingen gelauscht. Professor Manfred Spitzer sprach im Rahmen einer Vortragsreihe der Leopold-Feigenbutz-Realschule in der Aschingerhalle. Das Thema: „Wie lernt das Gehirn?“

Auf äußerst kurzweilige und unterhaltsame Weise brachte Spitzer dem Publikum Forschungsergebnisse der internationalen Hirnforschung nahe und bekundete seine gesellschaftspolitischen Schlussfolgerungen, die er aus diesen Erkenntnissen für das Bildungswesen zieht.

Spaß am Lernen vermitteln

So etwa erläuterte er, warum das Gehirn „besser als eine Festplatte“ sei und wies auf die Verbindung von Glücksempfinden und Lernen hin, woraus Spitzer folgerte, dass Kinder Anlässe bräuchten, „um mit Spaß Ziele verfolgen zu können“.

Er warnte vor zu frühem zeitintensiven Medienkonsum und betonte die Bedeutung von Finger- und Bewegungsspielen sowie Musik im Kindesalter für die Ausbildung anspruchsvoller Denkleistungen, etwa mathematischer Fähigkeiten.

Betroffenheit ausgelöst

Viele seiner Thesen fanden beim Publikum breite Zustimmung oder führten zu Betroffenheit, zum Beispiel als Spitzer provokant feststellte „Wenn Sie Ihrem Kind eine Playstation schenken, schenken Sie schlechte Noten gleich mit“.

Spitzers spürbares Engagement für Bildung und seine Auffassung, dass mehr Geld in den Bildungssektor wie zum Beispiel in Kindergarten, Schule oder Personal investiert werden müsste als es derzeit geschieht, um heranwachsende Menschen in einer Phase, in der das Gehirn unglaublich schnell und viel lernt, möglichst optimal zu fördern, erntete großen Beifall. Nach über 100 Minuten Vortragszeit stand der Hirnforscher dann dem Publikum noch für Fragen zur Verfügung. pm