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01.05.2008

Händler fordern Autos in der City

MÜHLACKER. Viele Ladeninhaber in der Kernstadt in Mühlacker drängen auf die Zulassung von Autos in der unteren Bahnhofstraße. Alle 20 Betriebs-Anlieger haben sich für die Einrichtung einer Einbahnstraße ausgesprochen.

Auch der Gewerbeverein in Mühlacker soll hinter dieser neuen Initiative stehen, die vom Apotheker Roland Hirt ausgeht. „Enttäuscht war ich darüber, wie die Verwaltung mit meinen Vorschlägen auf Einrichtung von Parkplätzen auf dem Kelterplatz umgegangen ist. Immerhin hatte ich insgesamt 447 Unterschriften von Kunden beifügen können, die diese Empfehlungen unterstützten“, sagte Hirt gestern zur PZ.

Der Gemeinderat in Mühlacker hatte die Anregungen auf Errichtung oberirdischer Parkplätze mit Hinweis auf die Stellplätze in der Tiefgarage unterhalb der Geschäftszeile abgelehnt (die PZ berichtete). Inzwischen haben sich erneut etwa 20 Geschäftsinhaber für die Einrichtung einer Einbahnstraße in der unteren Bahnhofstraße ausgesprochen. Initiator Hirt rechnete vor, dass am alten Postamt fünf Kurzzeit-Parkplätze und auf dem Adenauerplatz zusätzlich zwölf Stellplätze eingerichtet werden könnten. Weitere zehn Stellplätze könnten im Verlauf der geforderten Einbahnstraße in Richtung Mühlehof entstehen.

Verwaltung ist eher skeptisch

In den nächsten Tagen will der Gewerbeverein sein weiteres Vorgehen beraten. Hirt regte ein „Bahnhofstraßen-Hearing“ mit den verantwortlichen Kommunalpolitikern an. Nach Auffassung von Bürgermeister Winfried Abicht muss sich der Gemeinderat grundsätzlich mit dem neuen Begehren der Gewerbetreibenden befassen, wenn der Antrag offiziell auf den Tisch komme. Er erinnerte daran, die Parkplätze in der Tiefgarage befänden sich „buchstäblich unter der Ladentür“ der Geschäfte, die in den unterirdischen Parketagen mit Werbeschildern auf ihre Angebote aufmerksam machen könnten.

„Nicht ohne Not“ sollte die untere Bahnhofsstraße wieder für den Autoverkehr geöffnet werden, der laut städtischer Prognose „sehr schnell und sehr intensiv“ zunehmen könnte. Nach der Analyse des Rathaus-Vizes hätten die Neueröffnung der Sparkasse und die Umgestaltung im Kaufhaus Sämann aber viele Passanten wieder in die Fußgängerzone gelockt. Der Bürgermeister deutete Möglichkeiten einer Aufwertung dieses Fußgängerbereiches durch eine neue Möblierung mit Kunstwerken und neuen Spielgeräten an.

Bewohner an der unteren Bahnhofstraße berichteten, derzeit würden viele Autos in der Fußgängerzone in beiden Richtungen fahren. Außerdem wohnten noch Dutzende Bürger in den Häusern an der Bahnhofstraße, die ebenso betroffen seien.