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27.01.2009

Hochgeschwindigkeits-DSL als Ziel

MÜHLACKER. Hochgeschwindigkeits-DSL soll in allen Mühlacker Stadtteilen Realität werden. Das zumindest bleibt der Wunsch von Verwaltung und Gemeinderat, auch wenn es erhebliche Probleme mit der Telekom gibt.

Bei lediglich zwei Enthaltungen aus den Reihen der LMU votierte der Mühlacker Gemeinderat gestern Abend klar für das weitere Bemühen der Verwaltung, leistungsfähige DSL-Netze mit schnellen und hohen Übertragungsraten im Stadtgebiet zu erreichen. Die Bemühungen zielen zunächst insbesondere auf dringend notwendige Verbesserungen von DSL-unterversorgten Betrieben. Bürgermeister Winfried Abicht und Tiefbauamtsleiter Fritz Schick: „Die Stadt wird bei Betrieben und Freischaffenden den Bedarf für höhere Übertragungsraten zunächst in Enzberg und Lienzingen, später auch noch in Lomersheim, Mühlhausen und Großglattbach abklären. Danach sollen Überlegungen angestellt werden, ob für eine stellenweise DSL-Verbesserung in den Ortsteilen Fördermöglichkeiten bestehen und wer eventuelle Netzerweiterungen vornehmen kann.“ In der Diskussion zeigten sich die meisten Fraktionen davon überzeugt, dass eine leistungsfähige DSL-Anbindung heutzutage ein zentraler Standortfaktor für die Betriebe sei und die Bedeutung von Hochgeschwindigkeits-Informationsnetzen künftig sogar noch steigen werde.

In den sauren Apfel beißen

Das Problem: Für die Telekom erscheint eine flächendeckende Versorgung nicht rentabel zu sein. Der Konzern, so die Erläuterung von Abicht, erwarte eine finanzielle Unterstützung der Kommune. LMU-Sprecher Klemens Köberle räumte zwar die Wichtigkeit von DSL für Unternehmen ein, meinte aber, es sei nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, die gewinnorientierten Netzarbeiten der Telekom finanziell zu unterstützen. Köberles Kritik: „Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.“ Andere Fraktionen waren eher bereit, in den sauren Apfel zu beißen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Bächle sprach in diesem Zusammenhang von der Notwendigkeit, weiter hart mit der Telekom zu verhandeln. Die bisherige Verhandlungsgestaltung der Telekom sei allerdings „in hohem Maße unbefriedigend gewesen“, was als Kritik an der Telekom und nicht an der Stadt zu verstehen sei.

Dr. Heide Hägele-Kaddour (CDU) forderte für Enzbergs Unternehmen endlich Planungssicherheit und höhere Übertragungsraten. Ulrich Hagenbuch (FW) lenkte die Diskussion in die Richtung, ob nicht die Stadt selbst das Leerrohrnetz verlegen könne, um dann mit einem DSL-Anbieter über eine Befüllung mit Glasfaserkabeln verhandeln und dann ebenfalls in den Genuss von Fördermitteln kommen zu können. Laut Abicht entstehen die meisten Kosten bei den aufwendigen Grabungsarbeiten. Der FW-Fraktionsvorsitzende Rolf Leo begrüßte die geplante Umfrage der Verwaltung und meinte: „Ich befürchte, dass wir zuschießen müssen.“ SPD-Fraktionschef Dr. Roland Peter sagte, man könne sehr wohl auch die Stadtwerke und die Sparkasse als Geschäftspartner anvisieren. DSL sei in jedem Fall die unverzichtbare Grundlage für die lokale Wirtschaft.