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Theaterpädagogin Elke Heugel gibt den Darstellern Martin Nonnenmann, Bianca Iluan und Claudia Zimmermann (von rechts) Tipps.
Theaterpädagogin Elke Heugel gibt den Darstellern Martin Nonnenmann, Bianca Iluan und Claudia Zimmermann (von rechts) Tipps.
Miriam Geiger, im Stück Marie Böckle, hat den Text verfasst.
Miriam Geiger, im Stück Marie Böckle, hat den Text verfasst.
Mit vollem Einsatz bei der Sache: Thomas Schrenk alias Horst Böckle zeigt, wer im Stück seiner Meinung nach das Sagen hat. Foto: Lutz
Mit vollem Einsatz bei der Sache: Thomas Schrenk alias Horst Böckle zeigt, wer im Stück seiner Meinung nach das Sagen hat. Foto: Lutz
30.11.2016

Junge Ötisheimerin verfasst Theaterstück in Mundart

Ölbronn-Dürrn/Ötisheim. Horst Böckle ist der Alptraum jedes Mediziners und jeder Krankenversicherung – und der Schrecken Alice Schwarzers. Er isst gern viel und fettig, trinkt am liebsten sein schwäbisches Bier oder seinen Trollinger. Er ist zumindest in Teilen frauenfeindlich, hat Vorurteile gegenüber Ausländern – und ist selbstverständlich stolz darauf, in seinen Augen so ein Prachtskerl zu sein. Weil das allerdings nicht jeder so sieht und es obendrein seiner Firma schlecht geht, platzt ihm regelmäßig der Kragen – und seine Freunde und seine Familie haben alle Hände voll zu tun, dass ihn nicht der Schlag trifft.

Für alle, die nun Schnappatmung bekommen: Horst Böckle ist kein realer Mensch, sondern der Phantasie der 28-jährigen Ötisheimerin Miriam Geiger entsprungen, die rund um die Figur Böckle ein Theaterstück geschrieben hat, das am 17. Dezember in Ölbronn aufgeführt wird.

„Mein Ziel war es, eine Komödie in Mundart zu schreiben, die aber auch ernsthafte und aktuelle Hintergründe hat“, sagt Miriam Geiger, die im Stück die Rolle der Tochter Marie Böckle übernimmt.

Rund zwei Monate hat Geiger an dem Stück „Multikulti und ein Schwabe“ gefeilt, bis sie zufrieden war mit den Dialogen und der Dramaturgie. Dann hat sie den Text ihren Vereinskameraden beim Liederkranz in Ölbronn gezeigt und diese entschieden sofort, das Stück aufführen zu wollen.

Die „Pforzheimer Zeitung“ konnte am Dienstagabend bei einer der Proben dabei sein, bei denen die Darsteller – allesamt Mitglieder des Liederkranzes Ölbronn – ihre Rollen einüben.

Rund um eine Liebesgeschichte werden in dem Theaterstück Themenbereiche wie die Flüchtlingskrise, Multikulti, das Familienleben im 21. Jahrhundert und vieles mehr eingewoben, alles deftig gewürzt mit jeder Menge Humor und herrlichen Sätzen wie „Grad mach i s‘Maul zu“, die so wohl nur im hiesigen Dialekt zu finden sind.

Die Darsteller Thomas Schrenk, Claudia Zimmermann, Bianca Iluan, Martin Nonnenmann, Miriam Geiger und Nicolai Arnold sind ein eingespieltes Team, das bereits mehrfach zusammen auf der Bühne stand – und man merkt jedem einzelnen an, wie viel Spaß es ihm macht, sich als Laienschauspieler zu betätigen und einzutauchen in diese Welt, die schwäbische Klischees überspitzt, in der Familienkonflikte aufbrechen und in der vor allem eines eine große Rolle spielt: die Liebe und ihre zahlreichen Spielarten.

Das von der 28-jährigen Ötisheimerin Miriam Geiger geschriebene Theaterstück „Multikulti und ein Schwabe“ wird am Samstag, 17. Dezember, im Rahmen der öffentlichen Weihnachtsfeier des Liederkranzes Ölbronn uraufgeführt. Die Veranstaltung in der örtlichen Gemeindehalle beginnt um 19 Uhr, der Eintritt kostet drei Euro.

Mehr lesen Sie am Doennerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.