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Gequälter und schwer verletzter Kater eingeschläfert.
Gequälter und schwer verletzter Kater eingeschläfert © schmid
25.10.2011

Kater bei lebendigem Leib das Fell abgezogen

Mühlacker. Susanne Schwaldt ist traurig. Als ihre elfjährige Tochter am Sonntagvormittag nach draußen ging, fand sie Kater Turbo. Das einjährige Tier hatte schwere Verletzungen. Ein Teil seines Fell war vom Schwanz her abgelöst. „Fachmännisch“ so der Kommentar eines Jägers, dem Susanne Schwaldt Fotos zeigte, die auf dem Untersuchungstisch eines Tierarztes von Turbo gemacht wurden.

Der junge Kater lebt nicht mehr. Er musste eingeschläfert werden. Auch die Polizei geht davon aus, dass Turbo die Verletzungen mit einem scharfen Gegenstand von Menschenhand und nicht durch einen Unfall zugefügt worden sind. Das erklärte Pressesprecher Patrick Eberle auf Nachfrage der PZ. Susanne Schwaldt ist zwar traurig, aber auch wütend. Noch am Sonntag hat sie Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Denn Turbos Verlust ist nicht der einzige, mit dem die Familie fertig werden muss. Zwei ihrer Katzen sind trotz intensiver Suche seit mehreren Monaten verschwunden. Im Juli wurden zudem zwei tote und misshandelte Kätzchen in Schönenberg gefunden. Ihnen waren die Läufe abgetrennt worden, erzählt Marianne Hangstörfer. „Es ärgert mich, dass nichts unternommen wird“, sagt die Schönenbergerin. Die Kätzchen seien damals vom Veterinäramt zur Untersuchung mitgenommen worden.

Ermittelt hat in diesem Fall, wie nun auch bei Turbo, die Hundeführerstaffel der Polizei. Im Fall der Kätzchen hätten sich keine Hinweise auf den oder die Täter ergeben, erklärt Eberle. Auch sei trotz Untersuchung nicht abschließend zu klären gewesen, ob Unfall oder Absicht hinter den Verletzungen der Kätzchen gesteckt habe. Anders als bei Turbo. Durch das Verletzungsbild des glatten Schnitts geht die Polizei momentan davon aus, dass der Kater durch einen gezielten Schnitt gequält wurde.

Susanne Schwaldt und Marianne Hangstörfer sind sehr beunruhigt, wenn sie darüber nachdenken, dass ein Tierquäler sein Unwesen treibt. Auch mit Blick auf die zahlreichen Kinder, die im ruhigen Ötisheimer Ortsteil viel draußen spielen. Sie pochen darauf, dass die Polizei tätig wird „bevor Schlimmeres passiert.“

Angewiesen sei die Polizei vor allem auf Zeugenaussagen, sagt Polizeisprecher Eberle. Melden können sich Hinweisgeber auch unter der Telefonnummer 07231/12581641 bei der Hundeführerstaffel.

Susanne Schwaldt und ihre Tochter sind nach den Geschehnissen vom Sonntag geschockt. Kurz vor neun Uhr haben sie einen quietschfidelen Turbo wie üblich nach draußen gelassen und nur knapp drei Stunden später mussten sie ein schrecklich zugerichtetes Tier vom Tierarzt einschläfern lassen. „Wir haben Angst um unsere Katzen“, betonen Susanne Schwaldt und Marianne Hangstörfer. Deshalb darf Schwaldts Kater Romeo vorerst auch nicht mehr nach draußen. nad

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