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06.05.2011

Kritisch: Drückerkolonne wirbt neue DRK-Mitglieder

ÖLBRONN-DÜRRN. In dieser Woche hat die „Pforzheimer Zeitung“ eine E-Mail erreicht, in der sich ein Familienvater darüber beklagt, dass in Ölbronn sogenannte Drückerkolonnen unterwegs seien, um neue Mitglieder für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zu gewinnen. Die Drücker sollen sich dabei nach Aussage des Mannes bei der Akquise teilweise fragwürdiger Methoden bedienen.

„Das gleiche hat es hier vor Jahren schon einmal gegeben. Diese Drücker treten auf, als ob sie Mitglieder des DRK sind und versuchen, den Leuten eine kostenpflichtige Mitgliedschaft von mindestens einem Jahr anzudrehen. Als ich dann gesagt habe, dass ich anderweitig spende und kein Interesse habe, wurde ich gefragt, ob ich im Notfall eine halbe Stunde auf Hilfe warten will“, so der Ölbronner, der anonym bleiben möchte.

Zudem wisse er aus Gesprächen mit örtlichen DRK-Aktiven, dass die auf diese Art und Weise gesammelten Spenden nicht direkt den für Ölbronn zuständigen Organisationen in Knittlingen und Maulbronn zugute kämen, sondern stattdessen an den DRK-Kreisverband flössen.

Roland Peyer, stellvertretender Kreisgeschäftsführer des DRK, erklärt im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“, dass man derzeit Mitgliederwerbung im östlichen Enzkreis betreibe und hierfür auf die Dienste externer Firmen angewiesen sei.

„Wir können unmöglich unsere eigenen Mitglieder von Tür zu Tür schicken. Dafür fehlt uns schlicht und ergreifend die Zeit. Aus diesem Grund nehmen wir die Hilfe von Werbekolonnen in Anspruch, die wir allerdings im Vorfeld auf Seriosität überprüfen.“

Peyer betont daher, dass gegebenenfalls auftretende Probleme wie in Ölbronn sofort sanktioniert würden: „Ich werde diese Sache überprüfen und den Mitarbeitern der Werbekolonnen unmissverständlich klar machen, dass es nicht sein kann, Werbung mit dem Leichentuch zu betreiben. Sollte es derartige Vorkommnisse gegeben haben, werden die unverzüglich eingestellt.“ Peyer erklärt zudem, dass die Einnahmen aus sogenannten Fördermitgliedschaften tatsächlich an den jeweiligen Kreisverband gehen. „Allerdings werden die Ortsverbände zentral von uns mit Ausrüstung versorgt und wir organisieren sämtliche Ausbildungen. Aus diesem Grund fließt das Geld letztlich wieder genau dorthin zurück, wo es auch gebraucht wird. Wir behalten davon nichts zurück.“
Schließlich sei das Rote Kreuz ein gemeinnütziger Verein und dürfe laut Satzung überhaupt keine Gewinne erwirtschaften.