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Ärgernis zur Herbstzeit: Viele Besitzer von Streuobstwiesen oder Äckern werden zu Opfern von Langfingern, die sich ohne zu fragen bedienen.
Ärgernis zur Herbstzeit: Viele Besitzer von Streuobstwiesen oder Äckern werden zu Opfern von Langfingern, die sich ohne zu fragen bedienen. © Ketterl
Am Grundstück von Familie Jülle in Knittlingen erwartet den Obstdieb nun dieses ironische Schild. Foto: Privat
Am Grundstück von Familie Jülle in Knittlingen erwartet den Obstdieb nun dieses ironische Schild. Foto: Privat
18.10.2016

Obstdiebe in der Region: Sie säen nicht und ernten doch

Enzkreis/Knittlingen. Langfinger machen im Herbst ganze Wiesen und Äcker unsicher. Doch der Klau von Äpfeln und Nüssen ist absolut kein Kavaliersdelikt.

Es ist der Alptraum eines jeden Hobby-Landwirts und Streuobstwiesen-Besitzers: Das ganze Jahr über kümmert man sich um sein Grundstück, mäht den Rasen, schneidet Bäume oder hegt und pflegt seinen Acker – und dann, wenn es Zeit wird zu ernten, haben Diebe alles gestohlen.

Für Familie Jülle aus Knittlingen ist dieser Alptraum Realität geworden: „Als wir vor Kurzem unsere Äpfel holen wollten, waren alle unsere zehn Bäume abgeräumt“, sagt Anita Jülle. Ihre Tochter Melanie hatte sich per Mail an die „Pforzheimer Zeitung“ gewandt, um auf die Tat aufmerksam zu machen, die stellvertretend für zahlreiche weitere Vorfälle steht, die jedes Jahr in der Region geschehen.

Umfrage

Ist es in Ordnung, sich an fremden Obstbäumen zu bedienen?

Ja, das ist doch bloß ein Kavaliersdelikt. 2%
Nein, Obstbäume sind Privateigentum und der Diebstahl sollte schwer bestraft werden. 61%
Ein paar Nüsse oder Äpfel sind okay, aber große Massen gehen gar nicht. 37%
Stimmen gesamt 2198

„Das ist natürlich eine Problematik, mit der wir uns schon seit vielen Jahren beschäftigen müssen“, sagt Dieter Werner von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Oft seien die Beamten jedoch auf Hinweise von Zeugen angewiesen, um einen Fall aufklären zu können. „Wenn nicht zufällig jemand Beobachtungen gemacht hat, wird es schwer, die Täter ausfindig zu machen“, gibt Werner zu.

Gelingt dies allerdings, handelt es sich nicht um ein harmloses Kavaliersdelikt, wie Bernhard Ebinger von der Pforzheimer Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der PZ erklärt: „Das ist Diebstahl – und zwar unabhängig davon, ob man einen Apfel mitnimmt oder einen kompletten Acker leerräumt.“

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Zuvor war die PZ auf einen Fall in Leonberg aufmerksam geworden, bei dem Unbekannte zwölf Bäume abernteten und insgesamt 100 Kilo Walnüsse erbeuteten. Hier geht es zum Artikel.