nach oben
23.12.2008

Tischtennis: Regeln verbieten Materialschlacht

Materialwechsel wie im Faustball, wo in jedem Satz ein anderer Ball zum Einsatz kommen kann (PZ berichtete), sind in anderen Sportarten eher unüblich. So hat Volleyball zwar Ähnlichkeit mit Faustball, in unteren Ligen kommt normalerweise nur ein Ball zum Einsatz.

Im Allgemeinen stelle die Heimmannschaft das Spielgerät, sagt Doris Aisenbrey, Spielerin beim A-Ligisten TV Lienzingen. Manchmal gehe man aber auch mit ein paar Bällen auf Reisen. Dann entscheidet die Schiedsrichterin, de facto eine Spielerin der dritten im Einsatz befindlichen Mannschaft, welcher Ball den Vorzug erhält.

Von besonderen Vorlieben für eine bestimmte Ballmarke sei ihr nichts bekannt, sagt Doris Aisenbrey. Eher sei bei manchen Vereinen mit besonders schwierigen Bällen zu rechnen. Im Tischtennis ist der Ball nicht so wichtig wie der Schläger. Der Landesverband für Württemberg-Hohenzollern teilte auf Nachfrage mit, dass der Schläger während einer Partie nicht aus taktischen Gründen gewechselt werden darf. Sonst könnte ein Spieler seinen Gegner mit mehr als zwei verschiedenen Belägen gegenübertreten, was gewisse Umstellungsprobleme nach sich ziehen würde. Da die Akteure nur dann zu einem neuen Schläger greifen dürfen, wenn der alte nicht mehr benutzt werden könne, sei es konsequent, dass „Frischkleben“ seit dieser Saison verboten ist. Das Abnehmen und neu Aufkleben der Beläge ist im Grunde nicht aus strategischen Gründen untersagt: Ausschlaggebend für das seit ein paar Monaten bestehende Verbot war vielmehr, dass der Verband Gesundheitsschäden vorbeugen will. Die ausströmenden Dämpfe seien nicht unbedenklich.

Für den Sportschützen Rudolf Haller sind Materialfragen ebenfalls von Bedeutung. Er besitzt zwei Gewehre, was ihm gegenüber seinen Mitstreitern aber keine großen Vorteile bringt: Im Laufe des Kleinkaliber-Dreistellungskampfs darf er nicht wechseln, auch wenn er das verlockend fände. „Liegend komme ich mit meinem Gewehr gut zurecht, auch knieend“, sagt Haller und kommt auf die Vorzüge eines leichten Gewehrs zu sprechen. Für den stehenden Anschlag bringt ein schwereres Gewehr Vorteil.
Bei Kreismeisterschaften werde darauf geachtet, dass nur eine Waffe zum Einsatz komme, erzählt Haller. Bei einem Team-Wettkampf wäre ein Tausch vermutlich möglich, meint er. Bei den Sportkameraden würde solch ein taktischer Wechsel aber sicherlich nicht gut ankommen.