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23.03.2009

Abu Dhabi steigt bei Daimler ein

Der Einstieg von Abu Dhabi beim Autokonzern Daimler ist mitten in der weltweiten Finanzkrise für sich betrachtet eine gute Botschaft. Mit den Emiraten Abu Dhabi und Kuwait sowie der Deutschen Bank hat Daimler jetzt drei Großaktionäre mit zusammen über 20 Prozent Aktienanteil an Bord. Und das ist allemal besser als der Einstieg einer rendite-hungrigen Heuschrecke. Eine drohende feindliche Übernahme dürfte damit abgewehrt sein.

Doch der Einstieg des Staatsfonds von Abu Dhabi zeigt auch, dass es dem deutschen Aushängeschild mit dem Stern nicht besonders gut geht. Der Börsenkurs ist im Keller. Milliarden wurden in den vergangenen Jahren für globale Abenteuer verzockt. Zuletzt scheiterte die Welt-AG von Jürgen Schrempp und für das Chrysler-Desaster muss Daimler noch immer tief in die Tasche greifen.

Neue Antriebstechniken kosten viel Geld. Angesichts der gewaltigen Herausforderungen für den umweltgerechten Umbau der Fahrzeugflotte dürften die zwei Milliarden Kapitalbeteiligung aus dem Öl-Emirat kaum ausreichen. Kooperationen bei der Entwicklung des Elektroantriebs sind erforderlich und da könnte BMW mit der Familie Quandt im Rücken die erste Adresse für Daimler sein. Neben den Milliarden der Öl-Scheichs sind auch clevere Ideen der Ingenieure gefragt.