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26.05.2009

Abwanderung von Fachkräften

Die „Firma Deutschland“ hat also ein Personalproblem. Überraschen kommt diese Erkenntnis des Sachverständigenrats für Integration und Migration nicht. Handelt es sich schließlich um eine Entwicklung, die seit Jahren in der IT-Branche, im Gesundheitswesen oder auch in den Ingenieurberufen zu beobachten ist.

Doch auch immer mehr Fachkräfte aus anderen Berufen schauen sich inzwischen im Ausland um. Die Gründe dafür sind weitgehend identisch: Bessere Bezahlung, geringere Steuer- und Abgabenlast und bessere Karrierechancen bereits in jungen Jahren – um nur einige zu nennen. Punkte, die jedoch gerade für junge, gut ausgebildete und ambitionierte Leute entscheidend sind.
Sicherlich: Auch im Ausland ist nicht alles Gold, was glänzt. Doch Fakt ist, dass die Rahmenbedingungen hierzulande deutlich besser werden müssen, um den eigenen, leistungsfähigen Nachwuchs halten zu können. Und nicht nur, weil jeder Abwanderer für Deutschland eine bildungspolitische Fehlinvestition bedeutet. Sondern auch, weil Zuwanderer häufig nicht so gut ausgebildet sind, wie unser eigener Nachwuchs.
Die „Firma Deutschland“ muss also etwas tun. Das fängt bei mehr Betriebs-Kitas und familienfreundlicheren Arbeitszeiten an und hört bei qualifikationsgerechter Bezahlung auf. Sonst wird auch künftig Talent dorthin gehen, wo es nicht nur gebraucht, sondern entsprechend gewürdigt wird.