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11.11.2008

Ackermann fordert Rückzug des Staats aus Bankgeschäft

Josef Ackermann ist unter Bankern ein hochgeachteter, für seine Fachkompetenz weithin geschätzter Mann. Jenseits der Bankenwelt jedoch legt der Deutsche-Bank-Chef einen Hang zu Fettnäpfchen an den Tag, der seinesgleichen sucht – man denke nur an das arrogante Victory-Zeichen zum Auftakt des Mannesmann-Prozesses. Auch gestern gab es davon wieder eine Kostprobe.

Dass Ackermann nichts vom Rettungspaket wissen will, hat er unlängst schon klar gemacht. Nun also kämpft er für die baldige Wiederherstellung der Unabhängigkeit des Finanzmarktsektors. Mit anderen Worten: Der Staat soll sich alsbald wieder aus dem Bankengeschäft zurückziehen. Die Banken den Bankern – das ist aus Bankersicht sicherlich nicht verkehrt. Doch bei den Menschen draußen kommt etwas anderes an. Nach dem Motto: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.
In diesem Fall ist der Mohr der Steuerzahler, hat soeben ein Milliarden schweres Rettungspaket finanziert und ist zu Recht sauer: Wie schon vor der Finanzkrise sollen nach Ackermanns Ansicht die Gewinne Sache der Banker sein, während die Verluste gemeinsam geschultert werden. Bei allem Respekt für seine sonstige Fachkenntnis: Es ist gut, dass er hier nicht das letzte Wort hat.