nach oben
19.02.2009

Afghanistan-Einsatz

Die US-Regierung rammt Pflöcke ein. Präsident Barack Obama will mit mehr Militär Afghanistan befrieden. Die neue Strategie allerdings erscheint noch wolkig.

Grundsätzlich fällt auf, dass die Frage der Militärpräsenz wesentlich intensiver erörtert wird, als jene der Strategie. Obama hat sich offenbar der deutschen Linie zugewandt. Die sieht vor, durch militärisch abgesicherte Aufbauarbeit die Herzen des Volkes zu erobern. Getreu der Überlegung: Militärische Machtausübung ohne Deutungshoheit, ohne Meinungsführerschaft, ist nur die Hälfte wert.

Was zudem fehlt, ist eine Idee, wie den Taliban auch finanzielle Grundlagen entzogen werden können. Eine der Kernfragen lautet zum Beispiel: Wie können Opiumplantagen in Reisfelder verwandelt werden? Darüber zu beraten, sollten sich die Natopartner mindestens ebenso viel Zeit nehmen, wie über die Frage zu sinnieren, ob etwa Frankreich mehr Soldaten schicken sollte.

Generell gilt: Jedem Nato-Staat dürfte eine Erhöhung des Engagements in Afghanistan wesentlich leichter fallen, wenn eine durchdachte Strategie vorliegt, die sich auf die komplizierten Gegebenheiten des zerrissenen Landes am Hindukusch wirklich einlässt.