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11.02.2009

Althaus’ politische Zukunft

Lange hat sich die CDU in Thüringen geduldig gezeigt, seit gestern macht sie ordentlich Druck auf Dieter Althaus. Der amtierende Ministerpräsident und unangefochtene Spitzenmann – im Herbst noch mit 100-prozentiger Zustimmung nominiert – soll spätestens Mitte März erklären, ob er bei der Landtagswahl im Sommer antritt – oder nicht. Es ist hart, einem derart vom Schicksal gebeutelten Mann die Pistole auf die Brust zu setzen – aber es ist auch verständlich. Die Partei muss wissen, woran sie ist. Je früher, desto besser.

Schließlich stellt sich Althaus’ Lage immer düsterer dar: Die Reha zieht sich deutlich länger hin als erwartet. Von der Übernahme der Amtsgeschäfte scheint der Ministerpräsident Lichtjahre entfernt. Wie soll er da demnächst einen kräftezehrenden Wahlkampf führen? Dazu kommt die schwere Hypothek der möglichen Schuld. Wenn stimmt, was im Vorfeld über das Gutachten durchsickerte, trägt Althaus die Verantwortung für den Tod der Skifahrerin. Von den möglichen juristischen Konsequenzen ganz abgesehen, wirft das ein ungünstiges Licht auf einen Spitzenkandidaten.
Althaus hat nun zwei Möglichkeiten, theoretisch: Er kann ganz schnell klar machen, dass er – komme was wolle – die Nummer eins bleiben will. Fühlt er sich dazu nicht in der Lage, sollte er nicht lange zögern, bevor er einen klaren Strich zieht. Das macht für den CDU-Hoffnungsträger und Merkel-Vertrauten auf jeden Fall eines leichter: das politische Comeback – an anderer Stelle bestimmt, aber die muss ja nicht schlechter sein.