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28.09.2009

An unsere Leser

Die „Pforzheimer Zeitung“, die wir heute auf den Tisch des Hauses legen, eröffnet ein neues Kapitel der heimischen Zeitungsgeschichte. Von dem Gedanken geleitet, unserer Stadt wieder die ortsgebundene und ortsansässige Zeitung zu geben, die in Pforzheim gestaltet, gedruckt und verlegt wird, sind wir von dem Bewußtsein erfüllt, daß die Einwohnerschaft der Drei-Täler-Stadt diesen Schritt begrüßt und unterstützt.

Der völlige Zusammenbruch der deutschen Presse im Jahre 1945 und die Schließung von Verlagen und Redaktionen hatte einen Zustand geschaffen, der auf die Dauer untragbar wurde. Die überörtlich lizenzierte Presse versuchte im Laufe der Zeit diese Lücke auszufüllen, es blieb aber-bei einer. Zwischenlösung, die nur dann beseitigt war, wenn man den einzelnen Gebieten wieder ihre eigene Zeitung gab, die den vielseitigen Bedürfnissen ihrer Bevölkerung entsprach. Die Wiedereinführung der Pressefreiheit kommt diesem Gedanken entgegen. Nunmehr sind Verleger und Journalisten mit Eifer dabei, den in seiner Mannigfaltigkeit unersetzlichen Kulturkörper der deutschen Presse wieder aufzubauen.

Aus diesen Überlegungen kamen wir in Pforzheim zu einer Fusionierung des früheren Verlags der „Pforzheimer Rundschau" und des Verlags der „Pforzheimer Neuen Zeitung", die beide das lokale Kolorit ihrer Aufgaben erkannten und einen neuen Verlagsboden für die Entwicklung einer bodenständigen Pforzheimer Presse in der eben gegründeten „Pforzheimer Verlagsanstalt G. m. b. H.“ gefunden haben. In dieser Rechtsform wird die „Pforzheimer Zeitung“, die heute zum ersten Mal erscheint, die wirtschaftlichen und rechtlichen Möglichkeiten sehen, sich zu entwickeln und ihren Lesern ein Begriff zu werden.

Verlegerisch haben die beiden vereinigten Verlage, alles getan, den Erfordernissen der heimischen Bevölkerung entgegenzukommen. Redaktionell wird, seitens unserer Schriftleitung alles geschehen, die „Pforzheimer Zeitung“ in allen ihren Teilen zu einem beliebten Heimat- und Familienblatt von Pforzheim und Umgebung, auch im Zusammenhang mit den höheren Gesichtspunkten von Politik, Kultur und Wirtschaft zu machen. Nicht zuletzt wird der Anzeigenteil von der Vielseitigkeit und dem Willen eines gepflegten, konkurrenzstarken Geschäftslebens unserer zertrümmerten, nun wieder auflebenden Stadt, wie dem gesellschaftlichen und familären Leben Kunde geben. Wir bitten die Einwohnerschaft von Pforzheim und Umgebung um ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Unser Programm ist die Pflege eines gesunden, heimatlichen Geistes und die Wahrung aller wirtschaftlichen Interessen, die Pforzheim in seiner industriellen und sozialen Struktur, auch vom Kommunalen her, Gesicht und Charakter geben. Wir wollen als neutrale, überparteiliche Zeitung uns in den Dienst unseres Verbreitungsgebietes stellen und von hier aus zu den weltbewegenden Fragen von Politik, Kultur und Wirtschaft, unter ganz besonderer Pflege des lokalen und heimatlichen Teiles unserer Zeitung, Stellung nehmen. Nicht zuletzt wollen wir das Bindeglied sein zu allen Pforzheimern in der Welt.

Ein schon lang gehegter Wunsch Pforzheims, als fleißige, wieder aufwärtsstrebende Stadt auch eine in jeder Beziehung bodenständige Zeitung zu besitzen, geht damit in Erfüllung. In diesen, eben aufgezeigten Umrissen, sehen wir das Programm unserer Arbeit, verlegerisch und redaktionell. Wir wissen, daß uns die Pforzheimer dabei unterstützen werden.

Verlag der »Pforzheimer Zeitung«

Jakob Esslinger Felix Richter