Das deutsche Team marschiert zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2010 ein (Archiv).
Das deutsche Team marschiert zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2010 ein (Archiv).

Analyse: Winterspiele - olympisches Boom-Unternehmen

Berlin/Durban (dpa) - Die Frischzellenkur hat geholfen. Die olympische Show auf Eis und Schnee boomt. Neun neue Disziplinen hat das IOC ins Programm der Winterspiele 2014 im russischen Sotschi aufgenommen und damit seine überfällige Reformpolitik vorerst abgeschlossen.

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Bei der olympischen Woche in Durban wurden Slopestyle für Alpine und Snowboarder und der Parallelslalom für Snowboarder für olympiatauglich erklärt - schließlich soll auch die nächste Generation erreicht werden.

Winterspiele und das Internationale Olympische Komitee (IOC) waren lange nicht die besten Freunde. Einst waren sie nur ein Anhängsel der Sommerspiele. Den Berg auf Brettern herunter zu rutschen «sei kein Sport». Zudem sei alpines Skilaufen «kommerziell verseucht», und die Eiskunstläufer hätten nur Revuen im Kopf. So oder ähnlich hat der amerikanische IOC-Präsident Avery Brundage gegen Winterspiele gewettert.

Doch weil er es nicht schaffte, sie abzuschaffen, setzte er in seinem letzten Amtsjahr 1972 noch ein Zeichen: Ausschluss des österreichischen Ski-Helden Karl Schranz von den Sapporo-Spielen wegen Verstoßes gegen das Amateurstatut.

39 Jahre später ist alles ganz anders geworden. Der kleine Bruder Winterspiele ist zum großen Bruder der Sommerspiele gewachsen, mit einem Anteil von 40 Prozent des Gesamtumsatzes des IOC. Der macht im gegenwärtigen Vier-Jahres-Zyklus mehr als sechs Milliarden Dollar aus. Die zu einer zirzensischen Schau auf Eis und Schnee gewachsenen Spiele sind begehrter denn je, auch wenn es im Milliardenpoker um die Spiele 2018 nur drei Bewerber und damit so wenige wie seit drei Jahrzehnten gab.

Der 13. Oktober 1986 war der Tag der Neugeburt Olympischer Winterspiele. Meisterhaft und in aller Stille vorbereitet, präsentierte Brundage-Nachfolger Juan Antonio Samaranch der 91. IOC-Vollversammlung in Lausanne den Antrag, von 1994 an die Winterspiele aus dem olympischen Vier-Jahres-Rhythmus herauszulösen. Er ließ nicht geheim abstimmen, wie es bei einer Satzungsänderung mit Zweidrittel-Mehrheiten eigentlich üblich ist, sondern offen, und siehe da: Es gab nur zwei Gegenstimmen bei fünf Enthaltungen.

Die deutschen Reaktionen gaben das ganze Meinungsspektrum wieder. Skeptiker Berthold Beitz («Olympia ist für mich nur alle vier Jahre»), damals IOC-Vizepräsident, stimmte aus Loyalität zu Samaranch mit Ja. IOC-Mitglied Willi Daume war «absolut dagegen, es ist eine finanzdiktierte Entscheidung», und enthielt sich. Pragmatiker Walther Tröger, damals noch NOK-Generalsekretär, sagte: «Es gibt gute Gründe. Es geht um Entlastungen, und zwar des IOC, der NOKs, der Sponsoren und des Fernsehens.»

Samaranch war ein Getriebener des amerikanische Fernsehens und zugleich sein Profiteur. Schon 1984 setzte der Spanier auf Drängen des US-TV durch, die Dauer der Winterspiele auf das Sommerspiel-Maß zu verlängern. Von da an zahlten amerikanische Fernsehgiganten als größte Sponsoren des IOC immer neue Rekordpreise.

Über 15,5 Millionen Dollar für Lake Placid zu Beginn der Samaranch-Ära 1980 bis Lillehammer 1994 mit den ersten herausgelösten Winterspielen (295 Millionen Dollar) gab es einen Steigerungslauf, der sein vorläufiges Ende mit den Winterspielen 2018 gefunden hat - die sind dem Sender NBC 963 Millionen Dollar wert. Die 1,418 Milliarden Dollar für die Sommerspiele 2020 sind noch aussagekräftiger: Der mediale Dollar-Wert der Winterspiele hat sich bis auf 32 Prozent den Sommerspielen angenähert.

Dafür musste das IOC aber sein Warenangebot enorm ausweiten. 1980 in Lake Placid verteilte es 37 Goldmedaillen - bei den letzten Winterspielen 2010 in Vancoucer waren es 86.

27.07.2012
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