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02.04.2009

Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit zwei Jahren

Wir zahlen nicht für Eure Krise! So lautet die Forderung, mit der Globalisierungskritiker vor dem Weltfinanzgipfel auf die Straße gehen. Gemeint ist, dass für die Finanzkrise die Profiteure des Systems zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Ein berechtigtes Ansinnen. Zumal die aktuellen Arbeitslosenzahlen das Gegenteil belegen: Die Krise – längst zur Wirtschaftskrise geworden – geht vor allem auf Kosten der kleinen Leute.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ist dramatisch: Noch steht der Südwesten mit fünf Prozent Quote zwar gut da, die Steigerung der absoluten Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17 Prozent im landesweiten Durchschnitt und gar um 36 Prozent im Arbeitsamtsbezirk Pforzheim, lässt das Ausmaß der Krise erahnen.

Fakt ist: Baden-Württemberg zählt zu den Bundesländern, die von der Rezession am stärksten betroffen sind. Fakt ist auch: Die Auftragseinbrüche in der Automobilwirtschaft – an denen auch die Abwrackprämie bei den Premiumherstellern im Ländle wenig änderte – sowie im Maschinenbau lassen Schlimmeres befürchten.

Die Hoffnung, die die Politik in die Kurzarbeit setzt, ist nämlich nur zum Teil berechtigt. Sicherlich hat diese bislang einen Teil der Einbußen abgefedert. Den Jobabbau konnte das aber nicht verhindern: Auch Kurzarbeit kostet schließlich Geld, das häufig nicht mehr annähernd erwirtschaftet wird – über kurz oder lang gehen den Unternehmen da die Reserven aus.