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01.09.2009

Arbeitsmarktbericht für die Stadt Pforzheim

Die Stadt Pforzheim hat mit 10,7 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg. Zum Vergleich: Die krisengeschüttelte Stadt Mannheim kommt mit ihrer vorletzten Position auf lediglich 8,9 Prozent. Diese Differenz ist ein deutliches Zeichen dafür, wie dramatisch die Pforzheimer Situation ist.

Unterdessen scheint die monatliche Vergabe der „roten Laterne“ an die Goldstadt nichts Besonderes mehr zu sein. Schon lange ist kein Aufschrei mehr zu hören. Doch Vorsicht, diese Situation darf nicht als Gott gegeben hingenommen und auch nicht auf die allgemeine Wirtschaftslage als Ursache reduziert werden. In erster Linie stecken menschliche Schicksale hinter der Quote. Schon alleine diese Tatsache müsste massives Handeln bei Verantwortungsträgern aktivieren. Immerhin sind in der Goldstadt über die Hälfte jener Menschen, die arbeiten wollen, aber nicht arbeiten dürfen, auf Hartz-IV-Niveau abgerutscht.
Zum zweiten schadet dieser zweifelhafte Quoten-Rekord auch dem Ansehen der Stadt. Warum etwa sollte sich eine hochqualifizierte Arbeitskraft dazu entschließen, in einem Pforzheimer Unternehmen anzuheuern, wenn in den Radio-Nachrichten regelmäßig zu hören ist – wie auch gestern wieder geschehen –, dass Pforzheim die höchste Arbeitslosenquote im Land hat? Warum sollte sich ein renommiertes Handelsunternehmen dazu entschließen, in solch einer Stadt eine Filiale zu eröffnen, wenn der Eindruck entsteht, dass veritable Umsätze mangels Kaufkraft ausbleiben werden? Warum sollte sich ein Tourist in eine Stadt verirren, die ihm außer Ein-Euro-Shops und Handy-Läden en masse sowie kaschierten Laden-Leerständen kaum anderes zu bieten hat? Das sind nur einige von vielen Elementen, die eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang gesetzt haben. Ohne die gemeinsam organisierte Gegenwehr von Stadtverwaltung, Gemeinderat, politischen Amtsträgern und Wirtschaftsverbänden endet dies im Desaster.