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26.02.2009

Arbeitsmarktzahlen im Februar

Pforzheim hat sie wieder, die rote Laterne: Mit einem massiven Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Februar führt die Goldstadt erneut die landesweite Negativ-Rangliste vor Mannheim an. Fast jeder zehnte arbeitsfähige Pforzheimer ist demnach arbeitslos. Dabei glaubte man, den schmerzhaften Strukturwandel längst überwunden zu haben.

Massenweise gingen vor Jahren Tausende Arbeitsplätze in der Schmuck- und Elektronikindustrie verloren, dafür siedelten sich im Speckgürtel um die Goldstadt leistungsfähige Unternehmen aus der Präzisionstechnik an. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg deutlich an, auch weil der Exportmotor im Maschinen- und Werkzeugbau jahrelang auf Hochtouren lief.
Doch die globale Wirtschaftskrise macht vor den Pforzheimer Stadtmauern nicht halt. Das verarbeitende Gewerbe hat hier nach wie vor einen hohen Stellenwert. Brechen – wie aktuell – die Aufträge in der Automobil- und Elektro-Industrie im zweistelligen Bereich weg, sind die feinwerktechnischen Zulieferbetriebe davon massiv betroffen. Mit Kurzarbeit versuchen viele Betriebe Entlassungen zu vermeiden – über 4000 Anmeldungen gibt es derzeit. Damit liegt der Agenturbezirk Pforzheim auch bei der Kurzarbeit landesweit vorn. Das sind keine guten Aussichten und die rote Laterne wird ihr trübes Licht auch auf den laufenden Oberbürgermeister-Wahlkampf werfen.