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21.10.2008

Arenal-Arena

Wäre das Nachtleben ein Sonnensystem, dann hätte ich am vergangenen Wochenende zwei Himmelskörper erforscht: Am Freitag war ich dabei, als der Stern der Musikartisten am Nachthimmel aufging, am Samstag tauchte ich ein in die Welt des Musikparks.

Die Musikartisten, eine Event-Reihe, ist im Kosmos des „Como Club“ beherbergt, der Musikpark ist beheimatet im Einkaufszentrum „G19“. Rein geografisch ist das eine vom anderen nur ein paar Gehminuten entfernt, doch wenn man das Geschehen unter die Lupe nimmt, so trennen diese beiden Party-Planeten gefühlsmäßig mehrere Tausend Lichtjahre.

Szeneapplaus. Die Welt der Musikartisten gleicht einem fantastischen Zirkus-Zelt: mit Clowns in Neonfarben, gedruckt auf Flyer; mit bunten Animationen, projiziert auf Leinwände; mit Musikartisten – sprich: DJs –, die Techno und Minimal in sehr grellen Tönen spielen.

Das ist nicht jedermanns Ding. Was geboten wird, ist sehr abstrakt,weniger eingängig als Chart-Hits, keine leichte Kost fürs Ohr. Dafür kennt die musikalische Kreativität keine Grenzen. Einer kleinen, aber feinen Subkultur wird eine künstlerisch anspruchsvolle Plattform gegeben.

Szenewechsel. Und dann geht’s rüber in den Musikpark. Wer dort eintritt, findet sich wieder inmitten eines Massen-Spektakels. Stimmung wie am Ballermann. Eine aberwitzige (El) Arenal-Arena. Es gibt Gratis-Alkohol und Getränke mit seltsamen Namen wie „Big Double Longdrink“; es gibt verschiedene Bereiche – einer bietet Hip-Hop-Hits, einer Stimmungsknaller, einer House-Gedudel aus den Charts von 2007.

Es gibt viel Hochstimmung, viel Mittelmaß. Aber wenig Inspiration, wenig Innovation, wenig Kreativität. Doch diese Mängel sind entschuldbar für die meisten, die sichtlich Spaß haben. Wie sagen mehrere Gäste unabhängig von einander: „Wenn man genug trinkt, ist es hier echt okay.“

StilBruch 2008. Noch einmal deutlich: PZ-Bahnhofsparty – dieser Zug ist abgefahren. Nach zwei Großereignissen verordnet die Pforzheimer Zeitung ihrer Party „StilBruch“ einen Tapetenwechsel. Die neue Hauptkulisse heißt Schmuckwelten und ist eine wahre Goldgrube, die am 14. November bei „StilBruch: Gold and the City“ zum House- und Electro-Tempel wird.

Wer auf das altbewährte Konzept der launigen, ausgelassenen Oberstufenparty steht, wird zudem am Donnerstag, 13. November, im „plus+“ fündig: Die PZ bietet dort eine zweite Sause unter dem Motto „StilBruch: Pforzheims Schüler feiern.“