
Das Milliarden-Projekt Stuttgart 21 (S21) ist seit den Planungsanfängen vor 15 Jahren umstritten. Umweltschützer, Bürgerinitiativen und Grünen-Politiker laufen Sturm dagegen. Anhänger hat das Vorhaben dagegen vor allem in der CDU/FDP-Koalition, in weiten Teilen der SPD, im Stuttgarter Rathaus, bei Vertretern der Region und des Flughafens. Nachfolgend die wichtigsten Argumente der Befürworter und Kritiker:
Ohne Stuttgart 21 wird Baden-Württemberg vom internationalen Bahnverkehr abgehängt.
Das Geld von Bund und Bahn ist ohne Stuttgart 21 für das Land verloren und ginge sonst in die Infrastruktur eines anderen Bundeslandes.
Die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm wird halbiert.
Stuttgart 21 bildet einen Anreiz für Autofahrer, auf dieser Strecke vom Auto auf die Schiene umzusteigen.
17 000 neue Arbeitsplätze entstehen, davon 10 000 dauerhaft.
Auf derzeit noch mit Gleisen bedeckten Flächen werden Parkanlagen erweitert, außerdem wird neuer Wohn- und Arbeitsraum im Stadtzentrum geschaffen.
Stuttgart 21 ermöglicht den Lückenschluss in der europäischen Magistrale Paris-Budapest.
Der Bau des unterirdischen Bahnhofs zieht viel weniger Probleme für die Fahrgäste nach sich als die Modernisierung des Kopfbahnhofes „unter dem rollenden Rad“.
Mit Stuttgart 21 werden Flughafen und Landesmesse an die Schnellbahnstrecke nach Ulm angebunden.
Der Schienenregionalverkehr profitiert von dem Projekt.
Die Kosten laufen aus dem Ruder, das Geld könnte besser in Bildung, sowie das Gesundheits- und Sozialwesen gesteckt werden.
Die Modernisierung des Kopfbahnhofes (K21) ist mehrere Milliarden Euro billiger, vor allem wegen weniger Tunnelkilometer.
Auch bei K21 kann der Bahnhof an die Schnellbahntrasse angeschlossen werden – über das Neckartal und einen Tunnel auf die Filder.
Die Großbaustelle im Herzen der Stadt führt zu Verkehrsbehinderungen und Belästigungen durch Abgase der Baustellenfahrzeuge.
Die Mineralwasserquellen der Stadt sind durch die S21-Bauarbeiten gefährdet.
Teile des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes von Paul Bonatz werden abgerissen.
Im Schlossgarten werden alte Bäume gerodet, und der Park wird durch die hohen Lichtaugen des unterirdischen Bahnhofs verschandelt.
Ein integrierter Taktfahrplan lässt sich nicht realisieren, was zu längeren Umsteigezeiten führt.
Weil die Zahl der Bahnsteige von acht auf vier halbiert wird, wird dort für die Reisenden drangvolle Enge herrschen.lsw





Das lesen Abonnenten am Donnerstag exklusiv in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":