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15.09.2009

Auf vielen Dickmachern fehlen Nährwertangaben

Wer im Supermarkt einkauft, wird häufig für dumm verkauft und im Stich gelassen. Alles andere als dieses ernüchternde Ergebnis der Verbraucherschützer wäre aber auch eine dicke Überraschung gewesen. Denn welcher Lebensmittelhersteller druckt schon freiwillig Fakten auf Verpackungen, die Schwarz auf Weiß zeigen, dass der Kunde zu einem potenziellen Dickmacher greift? Und solange es keine Pflicht zur Kennzeichnung gibt, wird sich daran wenig ändern. Viele Firmen setzen sogar noch eins drauf: Sie bewerben zum Beispiel Schokoriegel als vergleichsweise leicht und gesund, die in Wahrheit die reinsten Zuckerbomben sind.

Ohne Druck geht es also nicht. Doch bis die Politik in die Gänge kommt, können noch Jahre vergehen. Schon lange wird das Thema hierzulande und auf EU-Ebene zerredet, die einfache Ampellösung haben die Lobbyisten bisher erfolgreich verhindert.
Eines muss aber auch gesagt werden: Genaue Nährwertangaben auf allen Verpackungen wären nicht mehr als eine Hilfe für jene, die sich bewusst und gesund ernähren wollen. Das Problem der zunehmenden Fettleibigkeit wird damit ganz sicher nicht gelöst. Denn wer beim Einkauf nicht nachdenkt, dem helfen die besten Hinweise auf ungesunde Inhaltsstoffe nichts. Solange halb Deutschland lieber zur Chipstüte als zum Apfel greift, nützt auch keine Ampel. Da muss schon vorher mehr Wissen übers Essen vermittelt werden.
Ein Anfang wäre das Schulobst-Programm. Doch was damit gerade passiert, ist bezeichnend. Von der EU kommt der Löwenanteil der Kosten, aber Bund und Länder streiten seit Monaten darüber, wer den erforderlichen Rest zuschießt. Es geht um 12,5 Millionen Euro – gemessen an Abwrack-Zuschüssen und Nothilfen für marode Banken eine geradezu läppische Summe. Gesunde Ernährung scheint der Politik nicht mal den Griff in die Portokasse wert.