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22.07.2008

Aufregung um Mappus-Äußerung

Ob er als Beamter das aber in dieser Form tun darf, prüft die Aufsichtsbehörde noch. Dagegen hat der CDU-Fraktionschef schon öffentlich sein Urteil gefällt: Nein, sagt Stefan Mappus, der darf das nicht. Und fordert gar indirekt, den undankbaren Schwarzmaler aus dem Amt zu entfernen. Weil Mappus aber kein Neuling ist im politischen Geschäft und man ihm schon vieles, aber noch nie Naivität nachgesagt hat, musste er nicht nur wissen, welches Trommelfeuer an empörten Reaktionen er damit auslösen würde. Vor allem auch die Frage, ob ein CDU-Fraktionsvorsitzender so etwas darf. Sondern Mappus musste auch wissen, wie die Antwort lautet: Nein, das darf er nicht. Mag diese Äußerung emotional noch irgendwie zu begründen sein – inhaltlich ist sie es nicht, lässt sie doch ein eigentümliches Verständnis von Obrigkeit und Umgang mit Kritik vermuten. Und politisch ist sie wenig souverän und höchst unklug – mindestens. Einen größeren Gefallen hätte Mappus den Kritikern der Bildungsoffensive nämlich gar nicht tun können. Petitesse am Rande: In der ganzen Aufregung hat der CDU-Fraktionschef vermutlich ganz übersehen, dass es ohne öffentliche Meinungsäußerungen wie solchen von Bosch und den dadurch entstandenen Handlungsdruck auf die Politik die ganze Bildungsoffensive gar nicht erst gegeben hätte. Und auch nicht den ganzen schönen Beifall, den Mappus so gerne ungestört genießen würde.