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17.03.2009

Ausländerfeindlichkeit unter Jugendlichen

Die Erinnerung an die Schrecken des Dritten Reiches verblassen. 64 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auf deutschem Boden schwindet die Zahl der Zeitzeugen, die Krieg, Elend und die Verfolgung jüdischer und ausländischer Menschen miterlebt haben.

Das rechte Gedankengut aus dieser Ära indes hat überdauert. Immer mehr junge Menschen in der Republik verfallen den rechten Rattenfängern. Diese Erkenntnis aus der Studie des Bundesinnenministeriums ist nicht nur beklemmend, sie muss einer wehrhaften demokratischen Gesellschaft zu denken geben.

Die Gründe dafür, dass sich rechtsextreme Gruppierungen in Deutschland zunehmenden Zulaufs junger Menschen erfreuen, mögen vielschichtig sein. Darüber schweigt sich die Erhebung aber leider aus. Dass Ausländerfeindlichkeit am häufigsten in Hauptschulen anzutreffen ist, legt zumindest eine Vermutung nahe: Je niedriger der Bildungsgrad, desto höher die Anfälligkeit für Fremdenhass. Zu Ressentiments gegen Ausländer wird aber auch in vielen Familien beigetragen – durch unbedacht oder im übelsten Fall absichtlich geäußerte Parolen. Sie werden von Jugendlichen zuweilen unreflektiert übernommen und leisten Schlimmerem Vorschub.

Es ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft – beginnend im Elternhaus und fortgesetzt in Kindergarten und Schule – jeglicher Fremdenfeindlichkeit Einhalt zu gebieten. Neonazistischen Auswüchsen ist konsequent zu begegnen. Braunem Gedankengut muss der Nährboden entzogen werden.