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18.08.2008

Bahn erhöht Fahrpreise

Fahrpreise hoch trotz satter Gewinne – am aktuellen Fall sieht man ganz deutlich, wohin die Reise geht: Die Bahn wird zur Melkmaschine. Investitionen in Sicherheit (Stichwort: ICE-3-Achsen) oder Service (Stichwort: Bahnhofsverkauf)? Fehlanzeige – schon jetzt, wo die Bahn noch dem Bund gehört. Denn die Bundesregierung lässt den börsenfixierten Bahnchef Mehdorn schalten und walten, anstatt den Schienenverkehr zu einem umwelt- und sozialpolitischen Thema zu machen.

Jetzt wäre es Zeit, die Reißleine zu ziehen und die Privatisierung zu stoppen. Oder der Bund muss der Bahn zumindest verbindliche Standards diktieren. Noch einmal zur Erinnerung: Die Bahn mag in manchen Bereichen marode sein, aber sie macht Gewinn. Der kommt dem Bund zugute, der das Geld wieder investieren kann. Noch. Denn ist die Bahn erst an der Börse, verschwindet der Überschuss güterwagenweise auf Nimmerwiedersehen in den Taschen der Aktionäre. Alle treuherzigen Versprechen seitens der Bahnspitze, das werde nicht passieren, es werde in Personal und Service investiert und Strecken oder Taktzeiten würden nicht ausgedünnt, kann man getrost vergessen. Oder wie war das mit der Preisgarantie für 2008?
Nein, mit einer Teilprivatisierung wird bei der Bahn für die Fahrgäste nichts besser. Dabei zeigen die Passagierzahlen schon jetzt, dass Deutschland eine Kunden- und keine Shareholder-Value-orientierte Bahn braucht. Die hohen Spritpreise bringen immer mehr Autofahrer aufs – auch umweltpolitisch – richtige Gleis. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird. Deshalb muss die Bahn flächendeckend eine Alternative zum Individualverkehr bleiben – und noch stärker werden – und darf nicht nur auf einigen gewinnträchtigen Strecken verkehren.